Wirtschaftliche Freiheit: Deutschland sackt auf Rang 17 ab
In wirtschaftlicher Hinsicht ist Deutschland erneut unfreier geworden. Das geht aus dem Jahresreport der Studie Economic Freedom of the World 2008 hervor, die in Hongkong vorgestellt wurde. Im internationalen Ranking fiel die Bundesrepublik von 2005 bis 2006, dem Zeitraum, auf den sich die Studie bezieht, um weitere zwei Plätze ab und erreichte, nach Platz 15 im Vorjahr, nur noch Platz 17. Chile, Estland und Österreich schnitten besser ab.Entwarnung gab es indes auf dem Sektor der Regulierung des Arbeitsmarkts. „Hier sind die Forderungen nach mehr Liberalisierung offenkundig erhört worden“, so Wolfgang Gerhardt MdB, Vorsitzender des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, im Vorfeld der Vorstellung des Jahresreports. „Hoffen wir darauf, dass diese Erfolge nicht gleich wieder leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.“ Alles in allem aber habe ihn die Studie alarmiert, so Gerhardt weiter. „Deutschland hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen. Die neuen Zahlen sollten der Großen Koalition zu denken geben. Ein gutes Zeugnis sieht anders aus. Der Konjunkturhimmel verdüstert sich mittlerweile wieder, die Zeiten, in denen man auf die Dynamik einer wachsenden Weltwirtschaft setzen konnte, sind vorbei. Man kann es gar nicht häufig genug sagen: Wir können uns keinen Reformstillstand mehr leisten!“

Deutschland nur noch auf Platz 17 Der Jahresreport der Studie Economic Freedom of the World untersucht jährlich den Grad an wirtschaftlicher Freiheit in 141 Ländern und bewertet sie vergleichend in einem Index. Dazu haben sich Forschungsinstitute aus 52 Nationen zum Economic Freedom Network zusammengeschlossen. Auf deutscher Seite ist das Liberale Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit beteiligt.
Ziel der Studie ist es zu ermitteln, in welchem Maß die Bürger eines Landes die Freiheit haben, verschiedensten wirtschaftlichen Aktivitäten nachzugehen. Die Indizierung, die der Studie zugrunde liegt, basiert auf verschiedenen messbaren Bausteinen, u. a. in den Bereichen:
• Staatsquote und -transfers
• marktwirtschaftliche Struktur
• Geldwert- und Preisstabilität
• Freiheit, fremde Währungen zu benutzen
• Rechtssicherheit und Eigentumsrechte
• freier Außenhandel
• Freiheit von Finanz- und Kapitalmärkten
• Regulierung des Arbeitsmarktes
Die Studie legt bei der Analyse möglichst messbare Aspekte der verschiedenen Volkswirtschaften zugrunde. Darüber hinaus wird der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Wachstum über einen längeren Zeitraum untersucht.
Auch in diesem Jahr belegt die Studie eindeutig, dass diejenigen Länder, in denen in den letzten Jahren die wirtschaftliche Freiheit zugenommen hat, auch höhere wirtschaftliche Wachstumsraten vorweisen können. Auch zeigt sich, dass in freien Wirtschaften die Einkommensunterschiede geringer sind als in unfreien. Lebenserwartung und Alphabetisierungsquote liegen in freien Ländern höher als in unfreien. Die Frage nach der wirtschaftlichen Freiheit ist also entscheidend für den „Wohlstand der Nationen“.
Download: Volltext der Studie (englisch, Format PDF)





