Yes, we can? Für Barack Obama seien derzeit weniger rosige Zeiten angebrochen, so Nelson. Noch im Frühjahr dieses Jahres meldeten die Zeitungen neue Tiefstände für seine Zustimmungswerte. Auch die mid-term elections (Zwischenwahlen) im November letzten Jahres zeugten davon, dass sich die Stimmung im Land dramatisch zu Obamas Ungunsten entwickelt hat. Umgekehrt proportional dazu scheinen die Arbeitslosenzahlen angestiegen zu sein. Hier liege auch die größte Herausforderung für Obama, verdeutlichte Nelson: Im Laufe der nächsten Monate müsse der Präsident glaubwürdig darlegen, wie er den lahmenden Arbeitsmarkt wieder in Schwung bringen wolle.
Für die Republikaner reiche es aber dennoch nicht, eine reine Negativ-Kampagne gegenüber Obama zu fahren, so Nelson weiter. Eine solche werde als substanzlos entlarvt und daher keine reelle Chance haben. Entscheidend sei für den noch zu bestimmenden republikanischen Kandidaten, dass er eine positive Vision für die Zukunft des Landes präsentiere.
Wer dafür der geeignete Mann ist, darüber werden erst die im Januar 2012 beginnenden Primaries Aufschluss geben. Nach dem zwischenzeitlichen Aufflackern von Herman Cain und Rick Perry, gelten derzeit Newt Gingrich und Mitt Romney als Haupkonkurrenten, wobei letzterer trotz seines Bekenntnisses zum Mormonentum als chancenreichster Kandidat gehandelt wird. Die Augen der Nation werden zunächst auf Iowa und New Hampshire gerichtet sein. In

Terry Nelson diesen beiden vergleichsweise kleinen Staaten finden traditionell die ersten Vorwahlen statt. Insbesondere vom Iowa caucus geht eine landesweite Signalwirkung aus. Die Erfahrung habe gezeigt, so Nelson, dass jeder künftige Präsident zumindest in einem der beiden genannten Staaten die Primaries gewonnen habe.
Zur Person:
Terry Nelson gilt als einer der einflussreichsten Wahlkampfstrategen der USA. Sein größter Erfolg war die Bush-Cheney-Kampagne, die er im Jahr 2004 als politischer Direktor managte. Es gelang ihm im Rahmen einer grassroot campaign breite Unterstützung für den künftigen Präsidenten zu mobilisieren. 2006 wurde Terry Nelson von John McCain in sein „Straight-Talk-America“-Team berufen. Letztes Jahr gründete der Wahlkampfexperte seine eigene Beratungsfirma, FP1 Strategies.
Ellen Madeker