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Walter Scheel - Botschafter für die Freiheit

Eröffnung der Fotoausstellung

Walter Scheel mit Frau Barbara
Walter Scheel mit Frau Barbara
Am 8. Juli vollendete Altbundespräsident Walter Scheel sein 90. Lebensjahr. Die Stiftung für die Freiheit ehrt den langjährigen Vorsitzenden ihres Kuratoriums gegenwärtig mit einer Fotoausstellung in Berlin. Die Sammlung dokumentiert Stationen seiner politischen Karriere in Nordrhein-Westfalen, seinem Heimatland, und auf Bundesebene. Auch weniger bekannte Bilder, die den Privatmann und Familienmenschen zeigen, sind in der Ausstellung zu sehen.

Ehepaar Scheel zwischen Hans-Dietrich Genscher (l.) und Wolfgang Gerhardt, neben Gerhardt: Otto Graf Lambsdorff mit Frau Alexandra
Ehepaar Scheel zwischen Hans-Dietrich Genscher (l.) und Wolfgang Gerhardt, neben Gerhardt: Otto Graf Lambsdorff mit Frau Alexandra
Jetzt wurde die Ausstellung in Anwesenheit Scheels und seiner Frau Barbara eröffnet, zusammen mit der "Bibliothek Walter Scheel" - der Altbundespräsident hatte der Stiftung seine etwa 9000 Bände umfassende Privatbibliothek geschenkt. Rund 250 Gäste waren der Einladung in die Reinhardtstraßenhöfe in Berlin-Mitte gefolgt, unter ihnen Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher und der frühere Bundeswirtschaftsminister und Stiftungschef Otto Graf Lambsdorff.

Wolfgang Gerhardt bei der Begrüßung
Wolfgang Gerhardt bei der Begrüßung
In seiner Begrüßung ging Wolfgang Gerhardt MdB, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung für die Freiheit, auf Scheels Zeit bei der Stiftung ein. Ein gutes Jahrzehnt, von 1979, nach seiner Zeit als Bundespräsident, bis 1990 fungierte Scheel als Vorsitzender des Kuratoriums. Gerhardt würdigte vor allem die Rolle bei der Profilbildung der Stiftung auf den Gebieten Begabtenförderung und internationale Politik - im Falle der Auslandsarbeit kamen Scheel seine Erfahrungen als Entwicklungshilfe- und Außenminister zugute.

Scheel mit Hans Friderichs nach dessen Laudatio
Scheel mit Hans Friderichs nach dessen Laudatio
Die Laudatio hielt Hans Friderichs, in den sechziger Jahren Bundesgeschäftsführer der FDP und unter den Kanzlern Brandt und Schmidt Wirtschaftsminister. Drei Stärken, so Friderichs, seien es, die Scheel auszeichnen: seine analytische Brillanz, die Weitsicht, mit der er seine Schlussfolgerung gezogen, und der Mut, mit dem er die getroffenen Entscheidungen immer wieder auch gegen starke Widerstände durchgesetzt habe. Für den Politiker Scheel sei dieser Mut in einer Zeit, als er die FDP programmatisch gegenüber der SPD öffnete und an der Seite von Willy Brandt die sozialliberale Ostpolitik durchsetzte, überlebenswichtig gewesen. Viele Menschen hätten, so Friderichs am Ende seiner Rede, Walter Scheel viel zu verdanken. Nur zwei Worte wolle er da noch hinzufügen: "Ich auch."

Gerhardt überreichte Scheel ein Präsent: die Ehrenmedaille der Stiftung. Im Anschluss an die Laudatio hatten die Gäste die Gelegenheit, sich Ausstellung und Bibliothek genauer anzusehen.

Scheel und Gerhardt beim Empfang
Scheel und Gerhardt beim Empfang
Scheel wurde am 8. Juli 1919 in Solingen geboren. Sein erstes Ministeramt, das des Entwicklungshilfeministers, übernahm er noch unter Kanzler Adenauer. Außenminister wurde er 1969. 1974 schließlich wählte ihn die Bundesversammlung zum Staatsoberhaupt - nach Theodor Heuss war Scheel der zweite Liberale, der dieses Amt bekleidete. Nach seinem Auszug aus der Villa Hammerschmidt, dem Bonner Dienstsitz des Bundespräsidenten, rückte er an die Spitze des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung. Seit 1991 ist er dessen Ehrenvorsitzender.

Lars-André Richter


Rede Dr. Hans Friderichs

letzte Änderung: 01.09.2009


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