Walter Klitz: Perspektiven Nordkoreas nach Kim Jong Il

Walter Klitz eröffnet eine Veranstaltung in Nordkorea
Der Nordkorea-Experte Walter Klitz, Leiter des Büros Korea der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, spricht in einem Kurzinterview mit www.freiheit.org über den Tod von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il, die Folgen für das Land und die Region. Walter Klitz ist für die Stifung regelmäßig in Nordkorea unterwegs.
Herr Klitz, Kim Jong Il ist tot. Gerät das Regime in Pjöngjang nun ins Wanken?
Klitz: Damit ist nicht zu rechnen. Es gibt kein Machtvakuum. Die Vorbereitungen der Übergabe der politischen Macht auf Kim Jong Ils Sohn Kim Jong Un laufen seit annähernd drei Jahren. Man hatte sich freilich auf eine längere Übergangsfirst vorbereitet.
Der starke Mann, als der ihn viele wahrnahmen, war Kim Jong Il also gar nicht?
Klitz: Es wäre falsch zu sagen, Kim Jung Il sei derjenige gewesen, der alle Entscheidungen allein getroffen und durchgesetzt habe. In Nordkorea regiert ein Familienclan. Kim Jong Un wird die Staatsführung übernehmen und dabei vom engen Familienkreis gestützt. Am System wird sich deshalb nichts ändern.
Die asiatischen Börsen haben bereits reagiert. Was bedeutet der Tod Kim Jong Ils politisch für die Region?
Klitz: Es ist nicht auszuschließen, dass es zu begrenzten Provokationen kommt, vor allem im Gelben Meer, möglicherweise auch zu einem dritten Atomtest.
Südkorea hat seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzt…
Klitz: … eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Viele haben noch die Bilder nach dem Tod des Vaters Kim Il Sung vor Augen. Werden sich diese Bilder nun wiederholen?
Klitz: Es wird eine Massentrauer geben, die den Szenen von 1994, als Kim Il Sung starb, ähnelt. Wie dieser war auch Kim Jong Il für die Bevölkerung „Vater und Mutter“ in einer Person. In Nordkorea gibt es eine starke emotionale Bindung an die Führung des Landes.
Presseanfragen an Walter Klitz: 0331 - 7019-140




