Wahlkampferöffnung der Demokraten
von links: Werner Hoyer, Axel Hoffmann Boston, August 2004: In der europäischsten Ostküsten-Metropole der USA trafen sich die Delegierten der „Democratic Party“ (DP) zu ihrem Nominierungsparteitag (Convention / 25.-29. Juli) für John Kerry. Dieser liegt zurzeit in den Umfragen knapp vor dem amtierenden Präsidenten George W. Bush - was dazu führt, dass den politischen Ideen und Vorhaben Kerrys in den USA besondere Aufmerksamkeit zuteil wird.
Die DP war darüber hinaus sehr bemüht, auch international Aufmerksamkeit zu erreichen. Hilfreich dabei war, dass sich Kerry dafür der Unterstützung prominenter und im Ausland bekannter Mitglieder der DP versichert hatte. Besonders sind dabei Madeleine Albright (ehemalige Außenministerin), Senator Ted Kennedy und der überaus beliebte Ex-Präsident Bill Clinton zu nennen. Diese und wichtige Meinungsmacher der DP (Hillary Clinton, Richard Holbrooke) standen neben (ehemaligen) Premierministern und Ministern (u.a. Kim Campbell-Canada; Mary Robinson-Ireland; Annemie Neyts Uyttebroeck-Belgien) in vielen Foren den internationalen Gästen zur Verfügung. Die Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) und die nordrhein-westfälische Wolfgang-Döring-Stiftung (WDS) waren mit einer gemeinsamen Delegation vertreten. Aus NRW nahmen Axel Hoffmann (stellv. Vorstandsvorsitzender FNSt), Guido Westerwelle (MdB-FDP), Werner Hoyer (MdB-FDP), Gisela Piltz (MdB-FDP, WDS) und Angela Freimuth (MdL-FDP, WDS) teil.
Am Rande eines Forums zu Demokratisierungsproblemen in Schwellen– bzw. Entwicklungsländern nahm sich Bill Clinton auch Zeit zu einem kurzen Treffen mit Axel Hoffmann, Werner Hoyer, Gisela Piltz und Angela Freimuth.
Zusammenfassend muss man feststellen, dass Kerry innenpolitisch mit einem eher sozialdemokratisch zu umschreibenden Programm agiert, außenpolitisch die bisherige Politik (… genauso konsequent, aber besser …) fortsetzen will. Kerry und seine Mannschaft werfen George Bush vor, das amerikanische Volk beim Irak-Krieg belogen und die Wirtschaft ruiniert zu haben. Außerdem kann Kerry, der ein hoch dekorierter Vietnam-Veteran ist, die Schwachstelle des Präsidenten bei seiner eigenen militärischen Vergangenheit („Drückeberger“) sehr gut einsetzen. Da der amerikanische Präsident auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, wird Kerry als der erfahrene, glaubwürdigere „Commander in Chief“ präsentiert. Ob er damit die – wahlentscheidende – Mitte der amerikanischen Wähler erreichen kann, bleibt offen. Eher scheint es so zu sein, dass die Enttäuschung über die Bush-Administration (… vote against Bush …) einen Wechsel möglich macht. Für den aufmerksamen Beobachter des Wahlkampfes scheint Kerry sich ohnehin mehr als die personelle statt als die inhaltlich politische Alternative darzustellen.
Mit über 30.000 Teilnehmern, die von 14.000 ehrenamtliche Helfern betreut wurden, war die Convention auch organisatorisch / ökonomisch ein herausragendes Ereignis. Zu den Kosten von ca. 95 Millionen $ sind sicherlich ein Vielfaches an weiteren Umsätzen hinzuzurechnen.
Ansonsten entsprach das äußere Flair der Convention den bekannten Vorlieben der Amerikaner für eine perfekte Polit-Show. Die täglich über 10.000 Gäste im Saal – davon 4.353 Delegierte, wurden mit glanzvollen Einlagen bei Laune gehalten. Politisch waren das sicherlich die Reden des heimlichen „Kaiserpaares“ Hillary Rodham Clinton und Bill Clinton, sowie des Vizepräsidentenkandidaten John Edwards. Aber auch prominente Größen aus Film und Show (u.a. Glenn Close, Ben Affleck) outeten sich als Unterstützer für die Kampagne. Den Schlussakkord setzte John Kerry mit seiner Rede bevor mit 50.000 blau-weiß-roten Luftballons und Konfetti die Convention endete.
Weiteres: siehe http://www.dems2004.org
Axel Hoffmann
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung





