Viel Kultur beim Neujahrsempfang der Heuss-Akademie

Axel Hoffmann, Matthew G. Boyse, Angela Freimuth Ein breites politisch-kulturelles Programm hat mehr als 250 Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang in die Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach gelockt. Axel Hoffmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung für die Freiheit, begrüßte unter den Ehrengästen besonders herzlich – als Freund des Hauses - den Generalkonsul der USA für NRW, Matthew G. Boyse. Mr. Boyse hat im letzten Jahr die dreiteilige Veranstaltungsreihe der Akademie „Die USA im Präsidentschaftsjahr“ durch eigene Besuche in Gummersbach politisch flankiert und weiß daher um den transatlantischen Geist der Bildungsstätte.

Angela Freimuth Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag zum Kulturland NRW von Angela Freimuth MdL, der Vizepräsidentin des NRW-Landtages und kulturpolitischen Sprecherin der NRW-Landtagsfraktion, die übrigens auch Vorsitzende der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe im NRW-Landtag ist.
Das Thema Kultur, so Freimuth in Anwesenheit der oberbergischen Landtagabgeordneten Bodo Löttgen MdL (CDU) und Gero Karthaus MdL (SPD), sei kein Streitpunkt zwischen den Fraktionen. Alle Volksvertreter hätten ein vitales Interesse daran, das Kulturland NRW weiter zu stärken und dabei auch den Staat mit Blick auf seine Infrastruktur schaffende und erhaltende Funktion in die Pflicht zu nehmen. Das kann allerdings finanziell nicht so üppig ausfallen, wie mancher erwarten mag. „Die Stadt Düsseldorf“, so gab Freimuth zu bedenken, „hat einen etwa viermal höheren Etat für Kultur als das Land Nordhein-Westfalen.“ Deshalb seien insbesondere die Kommunen gefragt, im Rahmen der Daseinsvorsorge und Selbstverwaltung kulturelle Investitionen (nicht Subventionen) zu tätigen. Das Land habe ein gesteigertes Interesse an der Vielfalt kultureller Angebote und - angesichts des hohen Migranten-Anteils - auch an der Integration fremder Kulturen.

HannaH Walter, Violine, und Julia Immorde, Klavier Um nach dem Wort auch den Klang zur Geltung zu bringen, schloss sich an den Vortrag der Landtagsvizepräsidentin der musikalische Höhepunkt des Abends an. Luisa Immorde aus Wiehl (Klavier) und HannaH Walter aus Bedburg-Hau begeisterten mit einer bizarren Kombination aus romantischer Konzert-Tradition des 19. Jahrhunderts (Grieg, Brahms) und zeitgenössisch-atonaler, fast mathematischer Klangtechnik.
Das Experiment ging auf, das Publikum honorierte die exzellenten Darbietungen der beiden im letzten Jahr jeweils mit dem ersten Preis des Bundeswettbewerbes „Jugend musiziert“ ausgezeichneten Künstlerinnen mit lang anhaltendem Applaus.Im Anschluss an den offiziellen Teil ergab sich noch die Gelegenheit zu vielen launigen, bisweilen auch intensiven politischen Gesprächen, wirft doch das Superwahljahr 2009 (erst recht mit dem bürgerlichen Wahlerfolg in Hessen) seinen Schatten markanter denn je voraus.
Klaus Füßmann
Leiter des Veranstaltunsgprogramms der Theodor-Heuss-Akademie





