Veronica Ferres unterstützt Schülerwettbewerb klarer kopf
Rechtsextreme nutzen die Unzufriedenheit der Menschen, sind gegen die Werte unserer Demokratie und propagieren die Ausgrenzung von Andersdenkenden. Es ist ihr Ziel, unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung zu beseitigen. Die Friedrich-Naumann-Stiftung lädt Schüler im Rahmen der Aktion klarer kopf ein, sich kritisch mit rechts-extremistischen Positionen auseinanderzusetzen, sie ihrer Plakativität zu entkleiden und ihren menschenrechtsfeindlichen, die Freiheit bedrohenden Kern aufzudecken. Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Veronica Ferres unterstützt die Initiative und hat sich mit einem Grußwort an alle Schüler in Deutschland gewandt:Liebe Schülerinnen und Schüler,
mein kürzlich ausgestrahlter Film „Neger, Neger, Schornsteinfeger“ über die Lebensgeschichte von Hans-Jürgen Massaquoi war eines der bewegendsten Projekte in meiner gesamten Karriere als Schauspielerin, wenn nicht sogar in meinem ganzen Leben.

Veronica Ferres (Copyright Sabine Brauer Photos) Die Biographie des farbigen Jungen, der in der Nazizeit bei seiner allein erziehenden Mutter in Hamburg aufwächst und wegen seiner Hautfarbe immer mehr ins Visier der Nazis und auch seiner Mitmenschen gerät, die Verfolgung aber durch die Hilfe seiner liebenden Mutter und der Zivilcourage einiger aufrichtiger Menschen überlebt, hat mich unglaublich beeindruckt. Noch mehr sogar als ich Massaquoi, dessen Mutter ich ja im Film verkörperte, persönlich kennen lernen durfte.
Doch der bleibendste Eindruck, der mir von den Dreharbeiten bleiben wird ist, dass die Wirklichkeit noch grausamer zu sein scheint als ein Film – und dies sogar in unserer so modernen und toleranten Zeit.
Der 11-jährige Junge, der Massaquoi als Kind darstellte, spielte in einer Drehpause Fußball, als ihn unvermittelt eine Horde Rechtsradikaler – wenig älter als er selbst – aufs übelste beschimpfte und auf ihn einprügelte. Das Filmteam ging sofort dazwischen – dennoch hätte dies ein schlimmes Ende nehmen können.
Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus kann nur durch den Mut jedes Einzelnen, sich dieser in Deutschland gefährlich zunehmenden Tendenz entgegen zu stellen, bekämpft werden. Damit dieser wichtige Mut gerade der Zukunft unserer Gesellschaft, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus einer inneren Überzeugung und der bewussten Auseinandersetzung mit diesem Thema heraus wächst, unterstütze ich den Schülerwettbewerb der Friedrich-Naumann-Stiftung.
Allein durch Eure Entscheidung, bei diesem Wettbewerb mitzumachen, geht Ihr schon den wichtigsten Schritt im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit: Sich darüber Gedanken zu machen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich dieses Thema zu Herzen zu nehmen.
Nun ist Eure Kreativität gefragt, dieses ernste Thema in den richtigen Rahmen zu bringen – und hierbei bin ich mir sicher, dass Ihr interessante, aufrüttelnde und beeindruckende Ansätze und Ideen finden werdet. Diese Ideen brauchen wir, denn Ihr seid die Jugend und die Zukunft, deren Verantwortung es sein wird, dass das Thema Fremdenfeindlichkeit hoffentlich irgendwann einmal ganz der Vergangenheit angehört und weder hierzulande noch sonst wo ein Thema ist; immerhin ist jeder fast überall ein Fremder…
Ich freue mich auf Eure Wettbewerbsbeiträge und wünsche allen viel Glück!
Eure
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