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"Unsere Revolution war viel grösser als die Bloggerwelt"

Die Gruppe im Bonner Konferenzzentrum
Die Gruppe im Bonner Konferenzzentrum
Mehr als eintausend Medienschaffende und Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kultur diskutierten drei Tage lang beim Global Media Forum der Deutschen Welle (DW) in Bonn über die Rolle der Medien beim Schutz und der Durchsetzung der Menschenrechte in einer globalisierten Welt. Mit Blick auf die politischen Umbrüche in der arabischen Welt nannte DW-Intendant Erik Bettermann das Jahr 2011 „das Jahr der Menschenrechte“.

 

Der arabische Frühling, die Revolutionen in Tunesien und Ägypten sowie die Situation in den übrigen arabischen Ländern spielten bei der diesjährigen Medienkonferenz am Rhein eine hervorgehobene Rolle.

 

Auf Einladung der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit reisten acht Blogger aus der arabischen Welt in die Bundesstadt. Die Bürgerjournalisten kamen aus Algerien, Bahrein, Ägypten, Irak, Jordanien, Marokko und Palästina. In einer gut besuchten Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Forums berichteten sie aus erster Hand über die Rolle der Sozialen Medien bei der Förderung von Freiheit und Demokratie in der arabischen Welt.

 

Arabische Blogger an einem Tisch
Arabische Blogger an einem Tisch
„Unsere Revolution war viel grösser als die Welt der Blogger“, sagte der Ägypter Basem Fathy, der die kritischen Tagen der Revolution in Kairo am Tahrir-Platz verbracht hatte: „Viele Menschen stiessen damals zu uns, die noch niemals Kontakt mit dem Internet hatten.“

 

Auch Markus Löning, der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, der an der Diskussion über die Rolle Deutschlands und Europas in Bezug auf die historischen Umbrüche im Nahen Osten teilnahm, warnte davor, die digitalen Applikationen zu verklären „Wenn die Entschlossenheit der Menschen nicht da ist, dann kann es noch soviele Twitter-Accounts geben, und garnichts passiert.“

 

Geschichten aus erster Hand

 

Die arabischen Blogger hatten jeder für sich eine Geschichte zu erzählen: Suhail Al Gohaibi aus Bahrein wurde zu einem politischen Blogger, weil er die Darstellung der Vorgänge in seinem Land in den internationalen Medien als tendenziös empfand; der Marokkaner Tarek Nesh-Nash betreibt ein Online-Portal, auf dem eine vielbeachtete Diskussion über die anstehende Veränderung der Verfassung stattfindet und Mohamed Al Qaq aus Jordanien produziert und verbreitet Videoclips, die sich unter anderem kritisch mit der Einschränkung der Meinungsfreiheit auseinandersetzen.

 

Regionalbüroleiter Ronald Meinardus (Mitte) mit Marc Koch, Chefredakteur der Deutschen Welle und Markus Lönig, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung
Regionalbüroleiter Ronald Meinardus (Mitte) mit Marc Koch, Chefredakteur der Deutschen Welle und Markus Lönig, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung
Große Beachtung fand in Bonn die Syrerin Marcel Shewaro, die mit Leidenschaft über die Eskalation der Gewalt in ihrer Heimat berichtete, zugleich aber Entschlossenheit bekundete, mit ihrem Blog gegen das Regime anzugehen: „Wenn wir jetzt nicht hart bleiben und aufbegehren, werden sie auch unsere Kinder unterdrücken. Wir brauchen unsere Freiheit und unsere Würde jetzt.“

 

Es war das erste Mal, dass sich die Friedrich-Naumann Stiftung für die Freiheit mit einer arabischen Delegation an dem Global Media Forum beteiligte. Regionalbüroleiter Ronald Meinardus, der die Gruppe begleitete, zeigte sich hochzufrieden: „Wir erleben hier nicht nur hochinteressante Diskussionen in einem wahrlich globalen Kontext von Experten. Das Global Media Forum ist vor allem auch ein Platz für Netzwerkbildung und Kontaktpflege“, sagte Meinardus, der vor vielen Jahren seine berufliche Laufbahn als Redakteur bei dem deutschen Auslandssender begonnen hat.

 

Zum Regionalbüro Mittelmeerländer



Die Beiträge der Blogger:

letzte Änderung: 05.01.2012


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