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Thomas-Dehler-Preis 2010 für Reinhard und Annette Erös

Im Dienst des Menschen

Die Thomas-Dehler-Stiftung hat Reinhard und Annette Erös mit dem Thomas-Dehler-Preis ausgezeichnet. In der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München übergaben Cornelia Schmalz-Jacobsen und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger MdB den Preis an eine Familie, die Vorbild für zivilgesellschaftliches Engagement sei, das den Menschen in den Mittelpunkt stelle und sich für Frieden und Humanität einsetze, so Schmalz-Jacobsen, Vizepräsidentin der liberalen Thomas-Dehler-Stiftung.

„Frieden und Freiheit bringen Schulen und Bildung, nicht Dr. med. Reinhard Erös
Dr. med. Reinhard Erös
das Militär,“so Reinhard Erös. Die Tinte der Schüler sei wichtiger als das Blut der Märtyrer. Er machte deutlich, dass man die Menschen in Afghanistan lieben müsse, um etwas zu erreichen. Man müsse sich auf eine Kultur einlassen und mit dem Teufel Tee trinken. „Nur wenn Sie mit den Taliban-Führern sprechen, werden wir die humanitäre Lage gegenüber der Taliban-Herrschaft verbessern können“, so der Preisträger. Mit dem Thomas-Dehler-Preis 2010 bedanke sich die Stiftung für das mutige Handeln der siebenköpfigen Familie Erös. Bildung statt Fundamentalismus sei die Kernbotschaft. „Sie sind ein Vorbild für uns alle", so Schmalz-Jacobsen bei der Übergabe der Urkunde.

Die Kinderhilfe Afghanistan sei nur deshalb erfolgreich, erklärte Erös, weil er sich mit seiner Familie auf die Kultur einlasse. Nur mit Duldung der Religion könnten Schulen, Kliniken und Waisenhäuser aufgebaut werden. Afghanistan sei kein Todgeweihter. „Wir im Westen haben die Uhren, die Afghanen haben die Zeit.“ Damit verdeutlichte Erös die Notwendigkeit, auch unter den Taliban-Führern akzeptiert zu werden. Lachende Kinder und rege Diskussionen am Basar seien ein Beleg dafür, dass das Leben zurückgekehrt ist. Mit den Worten: „Thomas Dehler ist heute unter uns und feiert mit“, bedankte sich der Mediziner, der im Dienst des Menschen mehrmals im Jahr die Lederhose gegen die Paschtunen-Tracht eintauscht.

Prof. Dr. Carlo Masala
Prof. Dr. Carlo Masala
Professor Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr München spann in seiner Festrede den Bogen zwischen Thomas Dehler und Erös. Der Spiegel habe am 28.03.1963 Thomas Dehler als unbefangen und unerschrocken bezeichnet. Die Kritik am Afghanistan-Einsatz komme von einem Mann, der den Finger auf die Wunde der vernetzten Sicherheit lege. Ziel der Politik und des Militärs müsse es sein, als Helfer und nicht als Besatzer in den Köpfen der Menschen zu bleiben. „Was fehlt, ist die politische Koordinierung.“ Unter Ignorierung lokaler und regionaler Kulturen könnten Regierungsformen nicht implementiert werden. Die vernetzte Sicherheit dürfe nicht länger eine Worthülse bleiben, sondern müsse mit Leben erfüllt werden.

In ihrer Laudatio brachte es Elke Hoff MdB , Obfrau im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, schlicht auf den Punkt: „Sie haben es einfach verdient.“ Wollen allein reiche nicht aus, Verlangen brauche es, und dies hätte Reinhard Erös.

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger MdB würdigte das zivilgesellschaftliche Engagement. In humaner Mission mit dem Hang zum scheinbar Unmöglichen habe die Familie Erös Unglaubliches erreicht. Die Preisträger verfügen über eine hohe Kultur-, Sozial- und Sprachkompetenz, waren sich die Festredner einig.

An dem Festakt nahmen auch Renate Will, die bildungspolitische Sprecherin der FDP Bayern und Mitglied des Stiftungs-Vorstandes, der Münchner Stadtrat, Michael Mattar, sowie Otto Bertermann, stellvertretend für die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, teil.

Thomas-Dehler-Preis: Die Thomas-Dehler-Stiftung verleiht seit 1985 den Thomas-Dehler-Preis. Gewürdigt wird unter anderem der ständige Kampf gegen die Feinde der Freiheit, wie es in den Statuten der Stiftung heißt.

Kinderhilfe Afghanistan:
Das Ehepaar Erös hat bis heute ausschließlich mit privaten Spenden 25 Friedensschulen für über 55.000 Schüler gebaut, darunter für viele tausend Mädchen. Gerade in den besonders gefährdeten und gefährlichen Ost-Provinzen Afghanistans engagiert sich die Kinderhilfe.

Thomas Nagel
Forenleiter der Thomas-Dehler-Stiftung
letzte Änderung: 20.09.2010


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