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Theodor Wolff: Journalist - Weltbürger - Demokrat

Bekannt geworden ist Theodor Wolff als Chefredakteur und Leitartikler des „Berliner Tageblatt“, der großen Tageszeitung aus der deutschen Hauptstadt im frühen 20. Jahrhundert. Dem deutschen Liberalismus war er zugleich in kritischer Sympathie ein Wegbegleiter vom späten 19. Jahrhundert bis zum Ende der Weimarer Republik.

Theodor Wolff, verwandt mit der berühmte Verleger-Familie Mosse, stammte aus dem jüdischen Bürgertum Berlins und ging als junger Mann für das von seinem Vetter Rudolf Mosse verlegte „Tageblatt“ als Korrespondent nach Paris. Zeitlebens war er durch die republikanisch-demokratische Atmosphäre des „Fin de Siècle“ geprägt. Von 1906 bis 1933 leitete er selbst das „Tageblatt“, das unter seiner Regie eine dezidiert linksliberalen Kurs verfolgte. 1918 gehörte Theodor Wolff zu den Gründern der Deutschen Demokratischen Partei, die er als „große demokratische Partei für das einige Reich“ entwickeln wollte. Er konnte sich aber nie so richtig mit den Strategien, Kompromissen und Winkelzügen der Parteipolitik anfreunden und nahm bald wieder Abstand von einer politischen Karriere. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung mußte er ins Exil nach Frankreich ausweichen, von wo er zehn Jahre später nach Deutschland ausgeliefert wurde. Er starb schließlich im Berliner Jüdischen Krankenhaus.

Das „Centrum Judaicum“ und die „Friedrich-Naumann-Stiftung“ haben in einer Veranstaltung des 50. Todestages von Theodor Wolff gedacht. Die damaligen Ansprachen zum publizistischen Wirken und zu den politischen Aktivitäten dieses großen Journalisten – einer der bedeutendsten Journalisten-Preise trägt seinen Namen - und engagierten Vertreters deutsch-jüdischer Bürgerlichkeit sind jetzt als „Miniatur“ im Verlag Hentrich&Hentrich erschienen.

Bernd Sösemann/Jürgen Frölich: Theodor Wolff. Journalist – Weltbürger – Demokrat. Verlag Hentrich & Hentrich: Teetz 2004 (= Jüdische Miniaturen Bd. 10), 63 S., 5,90 €
letzte Änderung: 12.09.2008


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