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Theodor Heuss – ein Leitbild für den Liberalismus

Veranstaltung mit Professor Pinkwart in der Theodor-Heuss-Akademie

Am Sonntag, 14. Dezember 2003, fand anläßlich des 40. Todestages von Theodor Heuss am 12. Dezember eine Matinee zur Erinnerung an den ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland und den ersten Bundesvorsitzenden der Freien Demokratischen Partei statt. Mehr als siebzig Teilnehmer hatten sich dazu in der Halle der Akademie versammelt.

Zunächst gab Dr. Monika Faßbender, die Leiterin des Archivs des Liberalismus, einen Überblick über das Leben von Theodor Heuss unter der Überschrift "Vom Bohémien zum Bundespräsidenten“
Am Sonntag, 14. Dezember 2003, fand anläßlich des 40. Todestages von Theodor Heuss am 12. Dezember eine Matinee zur Erinnerung an den ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland und den ersten Bundesvorsitzenden der Freien Demokratischen Partei statt. Mehr als siebzig Teilnehmer hatten sich dazu in der Halle der Akademie versammelt.

<i><small>Dr. Monika Faßbender</i></small>
Dr. Monika Faßbender
Zunächst gab Dr. Monika Faßbender, die Leiterin des Archivs des Liberalismus, einen Überblick über das Leben von Theodor Heuss unter der Überschrift „Vom Bohémien zum Bundespräsidenten“. Besonders ging sie dabei auf das Verhältnis von Theodor Heuss zu seinem Lehrer Friedrich Naumann und auf die Gründung der Friedrich-Naumann-Stiftung ein. Theodor Heuss unterzeichnete 1958 als erster die Gründungsurkunde der Stiftung. Besonders wichtig war ihm die Tradition liberaler politischer Bildung hin, die zurückreiche bis zur Deutschen Hochschule für Politik. Sie war 1918 von Naumann gegründet und 1933 von den Nazis geschlossen worden. Monika Faßbender zeichnete das das Porträt eines homo politicus, der freilich stets Individualist blieb und sich von keiner Doktrin das eigene Urteil ersetzen ließ. So war Heuss ein Liberaler im besten Sinne, ein freier Mann, der sich seiner Verantwortung nicht nur für das eigene Leben, sondern in gleichem Maße für die Gemeinschaft bewußt war.

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Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Anschließend sprach der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Professor Andreas Pinkwart, zum Thema „Herausforderungen und Perspektiven für die neue Gründerzeit“. Er forderte die Rückkehr zu einer Gesellschaft, die wieder stärker von Eigenverantwortung und Kreativität ihrer Bürger und Bürgerinnen geprägt sein müsse. Nur so sei der jetzige Zustand zu überwinden, in dem mehr als die Hälfte der Einkommen umverteilt würde und dem das Etikett Freiheit deshalb kaum noch zuzuerkennen sei. Der Wirtschaft müßten die Fesseln abgenommen werden, die der Initiative unternehmerisch handelnder Menschen kaum noch Raum ließen und die dazu führten, daß eher im Ausland als in Deutschland neue Gründungen zustande kämen. Er erinnerte an die Rede von Theodor Heuss auf dem Gründungsparteitag der FDP am 12. Dezember 1948 in Heppenheim und forderte dazu auf, den damaligen Appell des neu gewählten Vorsitzenden „Die beste Sozialpolitik ist eine gute Wirtschaftspolitik“ wieder ernst zu nehmen, damit Deutschland in eine neue Gründerzeit aufbrechen könne. Politisches Gestalten müsse sich dabei in der Spannung zwischen Idee und Wirklichkeit vollziehen.

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Dr. Karl-Heinz Hense
Den Abschluß der Veranstaltung bildete eine Lesung des Stuttgarter Liedermachers und Volkslied-Forschers Gernot von Baer. Er rezitierte Original-Texte von Theodor Heuss, die von den Erinnerungen an seine Kindheit bis zu Gedanken über das Ausscheiden aus dem Amt des Bundespräsidenten und schließlich zu nachdenklichen Reflexionen über den Tod führten.

Danach eröffnete Akademie-Leiter Dr. Karl-Heinz Hense die Heuss-Ausstellung, die auf mehr als dreißig großformatigen Tafeln vom Kaiserreich bis in die Mitte der sechziger Jahre die persönlichen, politischen und literarischen Stationen des Namenspatrons der Theodor-Heuss-Akademie nachzeichnet.

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