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Südafrikas Oppositionsführer zu Gast in Deutschland

Eva-Maria Köhler-Renfordt, Dr. Uschi Eid, Tony Leon, MP und Gareth Morgan, MP
Eva-Maria Köhler-Renfordt, Dr. Uschi Eid, Tony Leon, MP und Gareth Morgan, MP
Die „Neue Partnerschaft für afrikanische Entwicklung (Nepad)“, der Aufbau Ost sowie Fragen des Umgangs zwischen Politikern und Wählern waren Themen, die Tony Leon und Gareth Morgan, jüngster Abgeordneter Südafrikas, mit ihren Gesprächspartnern erörterten, als sie sich als Gäste der Friedrich-Naumann-Stiftung in Berlin und Sachsen-Anhalt aufhielten.

Als sehr zukunftsweisend und hoffnungsbestimmt hatte vor drei Jahren Tony Leon, einer der Vizepräsidenten der Liberalen Internationale (LI) und Vorsitzender der Democratic Alliance (DA) die Arbeit der „New Partnership for African Development“ (Nepad) eingeschätzt. Aber als er jetzt kürzlich auf dem Wege zum Kongress der Liberalen Internationale in Sofia für einige Tage Gast der Friedrich-Naumann-Stiftung in Deutschland war, meinte er, dass der Entwicklungsplan Nepad weder für die wirtschaftliche Gesundung des Kontinents noch für die Übernahme von Eigenverantwortung afrikanischer Staaten untereinander oder für eine nachhaltige Entwicklung zu mehr Demokratie, Menschenrechten und verantwortlichem Regierungshandeln bisher deutlich erkennbare Wirkungen entfaltet habe.

Tony Leon, seit seiner Universitätszeit unter dem Apartheidregime ein opponierender kämpferischer Liberaler, verstand es, in persönlichen Gesprächen, wie mit dem Bundesgeschäftsführer der FDP, Hans-Jürgen Beerfeltz, oder in der Diskussion mit dem Arbeitskreis I für internationale Politik der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag und auf einer öffentlichen Veranstaltung von Afrika-Initiativen die komplexe wirtschaftliche und politische Situation Südafrikas erhellend darzustellen.

Doch natürlich ging es bei dem Besuch von Tony Leon, der vom jüngsten Abgeordneten Südafrikas, dem 28jährigen Gareth Morgan und der FNSt-Regionalbüroleiterin für Afrika, Eva-Maria Köhler-Renfordt, begleitet wurde, nicht nur darum, diesen brillanten Redner zu erleben, sondern auch er selbst wollte neue Einblicke gewinnen. Wahlkampf und Kommunalpolitik waren ebenso Diskussionsthemen wie der Aufbau Ost.

Bei der tiefgreifenden analytischen Darstellung der Chancen und Schwierigkeiten als Folge der Wiedervereinigung durch den Finanzminister von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, in Magdeburg und den Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, Prof. Dr. Udo Ludwig, wurde den Besuchern beim Thema Transferleistungen, die rund 70 Milliarden Euro jährlich betragen plötzlich klar, dass diese Summe in etwa dem Staatshaushalt Südafrikas entspricht. Neben manchen nützlichen Anregungen für die eigene politische Arbeit, nahmen die Gäste die Erkenntnis mit nach Hause, dass Geldtransfers den wirtschaftlichen Aufschwung nicht garantieren, sondern dass es entscheidend ist zu überlegen und zu planen, für was die Investitionen am sinnvollsten zu nutzen sind und dabei den lokalen Unternehmen eine Chance zu geben.

Einen unerwarteten Einblick in das Verhältnis zwischen Politikern und Wählern in Deutschland gewannen die beiden Südafrikaner, beim Frühlingsfest eines FDP-Bezirksverbandes im Dahlemer Dorfkrug. In vertraulicher Runde erörterten anschließend FDP-Politiker wie Dr. Wolfgang Gerhardt, Dr. Werner Hoyer und Markus Löning und die Gäste vom Kap Fragen des Vorgehens der Parteien in ihren Ländern mit einem Ausblick in die aktuelle Weltpolitik.

Ein ganz anderes Umfeld der politischen Auseinandersetzung tat sich für die beiden Südafrikaner auf, als die parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, Dr. Uschi Eid, die Blair-Initiative für Afrika vis-à-vis der G8-Bemühungen ansprach und sich ein sehr offener konstruktiver Meinungsaustausch entwickelte.

Eva-Maria Köhler-Renfordt
Regionalbüroleiterin Afrika
letzte Änderung: 12.09.2008


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