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„Freiheit, Freiheit, Freiheit…!“ - Auszeichnung für Markwort

v.l.: U. Goll, H. Markwort, B. Homburger, U. Noll
v.l.: U. Goll, H. Markwort, B. Homburger, U. Noll
„Wir wollen die Freiheit ganz. Wir wollen sie überall. Wir wollen die wirtschaftliche Freiheit, die kulturelle, die Freiheit im Inneren, wir wollen die Freiheit nach außen. Es gibt nicht einzelne Freiheiten, keine unter- oder abgeteilten Freiheiten, sondern nur eine ganze Freiheit.“ An diese Worte des ersten liberalen Ministerpräsidenten, Reinhold Maier, erinnerte der Journalist, Chefredakteur und Medienunternehmer Helmut Markwort in einer fulminant-kämpferischen Rede im Maritim-Hotel (Alte Reithalle) in Stuttgart. Von heftigem Beifall der über 500 Gäste immer wieder unterbrochen mahnte der mit der Reinhold-Maier-Medaille Geehrte, im Einsatz für hart erkämpfte Freiheitsrechte nicht nachzulassen und sich von falsch verstandenen Toleranzbegriffen zu verabschieden. Am Ende bedankte sich die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger für einen „großartigen Beitrag zum Thema Freiheit“. Für Liberale sei es auch eine Ehre, einen großen Journalisten und Medienmacher wie Markwort „ehren zu dürfen“.

Helmut Markwort – eine Journalisten-Karriere

Prof. Ulrich Goll
Prof. Ulrich Goll
In seiner Eigenschaft als Verwaltungsratsvorsitzender der Reinhold-Maier-Stiftung hatte zuvor der stellvertretende Ministerpräsident und Landesjustizminister Prof. Ulrich Goll in seiner Laudatio die Stationen dieses bedeutenden Journalisten und Liberalen – FDP-Mitglied seit 1968 - nachgezeichnet: Kindheit und Krieg, erste Lehrjahre als Journalist, Stationen beim Stern, als jüngster deutscher Chefredakteur der TV-Zeitschrift BILD+FUNK sowie als langjähriger Chefredakteur des Gong. Er machte Erfahrungen als Unternehmer, Verleger und Moderator einer Talk-Show. Er habe sich immer den „Luxus einer eigenen Meinung“ bewahrt und dabei - nach eigenen Worten - aber „nie den Fehler von Rudolf Augstein gemacht, ins Parlament zu gehen.“ Auf seine Unabhängigkeit habe er stets geachtet. Das Verhältnis zwischen Journalisten und Politikern beschrieb er einmal so: „Wir suchen Nähe für Informationen und wir brauchen Distanz für Kritik.“ Sein großer Erfolg, so Goll, sei nicht zuletzt durch eine unglaubliche Zielstrebigkeit, Kreativität und Neugier zu erklären. Mehrere Angebote, den Stern zu übernehmen, habe er ausgeschlagen.

„Fakten, Fakten, Fakten!“ Dieser – zum geflügelten Wort gewordene – Werbeslogan deutet schließlich auf die Realisierung eines lange gehegten Traums: Im Januar 1993 erscheint die erste Ausgabe des Nachrichtenmagazins FOCUS und entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit – und gegen alle warnenden Stimmen und Unkenrufe – zu einem der auflagenstärksten Nachrichtenmagazine Deutschlands. Die etablierte deutsche Presselandschaft wird nachgerade durchgerüttelt. Ist doch mit diesem zweiten Montagsmagazin erstmalig die Monopolstellung des Spiegel gebrochen.

Sein liberales Credo beschrieb Markwort einmal in einem Interview mit der Welt am Sonntag: „Wenn ich mir aus den drei großen dreien – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – einen Begriff aussuchen müsste, wäre es die Freiheit.“ Es erscheine mehr als gerechtfertigt, so Goll weiter, Helmut Markwort durch die Verleihung der Reinhold-Maier-Medaille in die Reihe anderer großer liberaler Persönlichkeiten zu stellen, die diese Ehrung schon erfahren hätten: Hans-Dietrich Genscher, Lord Ralf Dahrendorf, Walter Scheel, Hans D. Barbier und Klaus Kinkel.
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letzte Änderung: 12.09.2008


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