Studie vorgestellt: Eigentumsrechte in Lateinamerika

Dworak, Sarmiento Der International Property Rights Index stellt einen der weltweit renommiertesten Indizes zur Bewertung der Sicherheit von Eigentumsrechten dar. Insgesamt wurden für die Erstellung des diesjährigen Index 129 Länder methodisch erfasst und entsprechend der ermittelten Werte in den zehn untersuchten Kategorien in einem Ranking zusammengefasst.
Das Projektbüro Mexiko hat auch in diesem Jahr eine Veranstaltung zur Präsentation der Ergebnisse organisiert. Gemeinsam mit den Projektpartnern der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, der mexikanischen Stiftung Caminos de Libertad sowie der Stiftung IDEA, wurde zu der öffentlichen Veranstaltung im Casa Lamm in Mexiko-Stadt eingeladen. Neben dem bekannten Journalisten und Radiomoderator Sergio Sarmiento und dem Stiftungsdirektor Alberto Saracho, die als Vertreter von Caminos de Libertad und IDEA auf dem Podium saßen, konnte ebenfalls der anerkannte Wirtschaftswissenschaftler Arturo Damm für die Veranstaltung gewonnen werden. Moderiert wurde diese von Fernando Dworak einem Altstipendiaten der Stiftung für die Freiheit.
Von 129 Staaten belegt Mexiko Rang 77

Publikum und Presse Der Index 2011 dokumentiert die großen Schwierigkeiten mit denen sich Mexiko gegenwärtig auch in dem Bereich des Rechtsschutzes von Eigentum konfrontiert sieht. Von den weltweit untersuchten 129 Staaten belegt Mexiko Rang 77, im regionalen Vergleich ist es Platz 10 hinter Brasilien, allerdings noch vor Argentinien. Damit befindet sich Mexiko gemeinsam mit Staaten wie Russland und Peru in der vorletzten von insgesamt fünf aufgestellten Länderkategorien.
Bereits bei den einführenden Worten von Sergio Sarmiento wurde dieser Umstand mit deutlichen Worten kritisiert und auf das Wechselspiel von nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung und Rechtssicherheit in Eigentumsfragen hingewiesen. Im Anschluss setzte sich Alberto Saracho noch einmal detaillierter mit den Ergebnissen der Studie auseinander. Dabei wurde deutlich, dass sich Mexiko zwar insgesamt minimal verbessert habe, dies jedoch gleichzeitig anderen Staaten wie Brasilien in wesentlich rasanterem Tempo gelingt. Als besorgniserregend im lateinamerikanischen Kontext wurde die Entwicklung in Venezuela beschrieben, das sich noch einmal wesentlich verschlechtert hat und den letzten Platz der Untersuchung einnimmt.

Damm Der Wirtschaftsprofessor Arturo Damm setzte in seinen darauffolgenden Ausführungen noch einmal bei dem Zusammenhang von wirtschaftlicher Prosperität und Eigentumssicherung auseinander. Es gelang ihm dabei die komplexen entwicklungstheoretischen Zusammenhänge in der gebotenen Kürze und dennoch eindringlich darzulegen. Insbesondere die Einwürfe von Vertretern der venezolanischen Botschaft, die die Politik der Enteignungen des Chávez-Regimes verteidigten, konnte von ihm eindrucksvoll widerlegt werden.

Saracho Die rege Teilnahme an der Veranstaltung sowie die Anwesenheit von Fernseh- und Rundfunkkanälen dokumentieren das große öffentliche Interesse an der Thematik. Auch wenn es bisher noch nicht gelungen ist, die gewonnen Erkenntnisse und Kritik in einem politischen Programm umzusetzen, gibt so zumindest das vorhandene Bewusstsein der Problemlage Anlass zu Hoffnung einer zukünftigen Verbesserung des Rechtsschutzes von Eigentum.
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