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Studie: Wirtschaftsfreiheit in der arabischen Welt

Aus liberaler Sicht erstaunlich: In politischen Diskussionen um die Krisenregion des Nahen Ostens wird die ökonomische Dimension meist ausgeblendet. Angesichts der dortigen Dominanz autoritär-nepotistischer Wirtschaftsregime ist dies erstaunlich. Das macht die Konferenz des „Arab Economic Freedom Networks“ in Beirut umso interessanter. In dem Network haben sich erstmals (in der Region noch dünn gesäte) marktwirtschaftliche Think Tanks und Intellektuelle zusammengetan.

Michael Walker, Präsident des Fraser Instituts
Michael Walker, Präsident des Fraser Instituts
Unter Federführung der omanischen „International Research Foundation“ (IRF) veröffentlichten sie in Beirut zum zweiten Mal die jährliche Studie „Economic Freedom of the Arab World“. Es handelt sich um einen Vergleichsindex, der anhand empirischer Daten (Steuerlast, Staatsquote etc.) den Grad wirtschaftlicher Freiheit misst, der den Bürgern als Grundlage ihres Wohlstands in den einzelnen Ländern der arabischen Liga zugestanden wird. Angelehnt ist die Studie an den weltweiten Index „Economic Freedom of the World“ (der vom Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung mit herausgegeben wird), mit deren Autoren das Netzwerk eng kooperiert. So waren auch bei der Konferenz in Beirut Vertreter außerarabischer Think Tanks, etwa des kanadischen Fraser Institutes und natürlich der deutschen Friedrich-Naumann-Stiftung als tragender Mitveranstalter, involviert.

Plenum der Konferenz
Plenum der Konferenz
Auf der Konferenz wurde ein düsteres bis uneinheitliches Bild von der ordnungspolitischen Lage der arabischen Welt gezeichnet. In den stabileren freien Ökonomien scheint auch die wissenschaftliche Untermauerung der Politik immer seriöser betrieben zu werden. Azzan Al Busaidi berichtete von den Plänen des IRF, die omanische Wirtschaft zu liberalisieren und dabei das Kernübel zu adressieren: Die Verflechtung von Politik und Wirtschaft, die in vielen Ländern zu Monopolen, Korruption und Vetternwirtschaft führe, müsse mit Transparenz in den Institutionen bekämpft werden. Vor allem wirtschaftliche Interessenüberschneidungen bei Politikern müssten offen gelegt werden. Im Oman, so auch das Urteil ausländischer Experten, sei man hier schon weiter als in anderen arabischen Staaten, was sich nicht zuletzt in einer geringen Verbreitung von Korruption niederschlage. Damit, so Al Busaidi, sei man dem Ideal ein Stück näher gekommen, einer funktionierenden Marktwirtschaft zu stabilen Rahmenbedingungen zu verhelfen.

Das Ranking: Die Ergebnisse im Einzelnen (zum Vergrößern clicken)
Das Ranking: Die Ergebnisse im Einzelnen (zum Vergrößern clicken)
So wie Wirtschaftsfreiheit rechtliche Stabilität brauche, so könne die Wirtschaftsfreiheit zum Teil wiederum die Instabilität in der Politik kompensieren, zeigte Nassib Ghobril (Byblos Bank Group) am Beispiel des Libanon auf. Die lange Tradition des freien Kapitalmarktes habe auch die politischen Krisen seines Landes einigermaßen abgefedert, vor allem, was die ausländischen Direktinvestitionen angehe. Trotzdem – oder deshalb - reagiere die libanesische Wirtschaft immer noch sehr heftig auf externe Schocks, etwa den Verlauf des Irakkriegs.
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letzte Änderung: 12.09.2008


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