Navigation

Zur Startseite

Inhalt

Studie: Wirtschaftliche Freiheit macht glücklich!

von Rainer Erkens

Rainer Erkens
Rainer Erkens
Die Deutsche Bank hat vor kurzem eine überaus lesenswerte Studie vorgelegt, in der sie wirtschaftliche Faktoren und die Erkenntnis der sog. „Glücksforschung“ miteinander in Beziehung gesetzt hat. Eine grundlegende Erkenntnis der „Glücksforschung“ besteht darin, dass Glück erkennbar und messbar ist. Auf dieser Grundlage führen Institute in verschiedenen Ländern regelmäßig Umfragen über den Stand der Zufriedenheit der Menschen mit ihrem Leben durch.

Neu an der Studie der Deutschen Bank ist, dass sie die Ergebnisse dieser Befragungen am Beispiel von 22 OECD-Staaten in Beziehung zu anderen Faktoren setzt. Das Resultat bestätigt, was Liberale eigentlich immer schon wussten: wirtschaftliche Freiheit macht glücklich.


Zehn Faktoren des Glücks

Natürlich ist wirtschaftliche Freiheit nicht der einzige Faktor, der zur Lebenszufriedenheit eines Menschen beiträgt. Die Deutsche Bank nennt vielmehr zehn Faktoren, die das Glück fördern:

- Hohes Vertrauen in die Mitmenschen
- Niedrige Korruption
- Niedrige Arbeitslosigkeit
- Hohes Bildungsniveau
- Hohe Beschäftigungsquote Älterer
- Keine Schattenwirtschaft
- Große wirtschaftliche Freiheit
- Niedriger Arbeitsplatzschutz
- Hohe Geburtenrate

Aber andere empirische Studien haben längst nachgewiesen, dass auch Faktoren wie beispielsweise das Fehlen einer Schattenwirtschaft, niedrige Korruption, niedriger Arbeitsplatzschutz oder eine hohe Beschäftigungsquote in hohem Masse mit dem jeweiligen Grad an wirtschaftlicher Freiheit in einem Land korrelieren. Die Autoren der Studie stellen daher fest: „Freiheit und Glück gehen Hand in Hand“.

Die glückliche Variante des Kapitalismus
Die glückliche Variante des Kapitalismus
Allerdings betonen die Autoren, dass sie keine Kausalitäten, sondern nur Koinzidenzen nachweisen wollen. Hier spiegelt sich wohl ein Stück „political correctness“ wider. In der von Ängsten über die Reform der sozialen Sicherungssysteme geprägten deutschen Debatte ist die Aussage, dass wirtschaftliche Freiheit Glück produziert, eine echte Provokation. Wer so etwas „radikales“ behauptet, mag zahllosen empirische Beweise anführen können, findet aber nur begrenzt Gehör. Entsprechend vorsichtig sind die Autoren der Deutschen Bank. Wer den Text aber sorgfältig liest, wird die eigentliche Frohe Botschaft aus Sicht der Liberalen sofort erkennen.

Ein besonders günstiges Umfeld für eine hohe Lebenszufriedenheit bieten den Untersuchungen der Deutschen Bank zufolge Länder, in denen möglichst viele der genannten Faktoren erfüllt sind. Irland, Australien, Dänemark, Kanada oder die USA sind Beispiele für Länder, die „die glückliche Variante des Kapitalismus“ repräsentieren. Außer Norwegen nehmen alle Länder, die zur „glücklichen Variante des Kapitalismus“ gehören, bezeichnenderweise in internationalen Vergleichen auch Spitzenplätze beim Maß der wirtschaftlichen Freiheit ein.

In anderen OECD-Ländern wie Frankreich, Belgien oder Deutschland ist noch einiges zu tun. Hier sprechen die Autoren von einer „weniger glücklichen Variante des Kapitalismus“. Italien, Portugal und Griechenland bilden die „unglückliche Variante des Kapitalismus“. Sie haben noch einen weiten Weg vor sich, wenn ihre Bewohner glücklich werden wollen. Schließlich sprechen die Autoren noch von einer „ostasiatischen Variante“. Sie gilt für Japan und Korea, wo manche Faktoren gegeben sind, aber insgesamt ein recht hohes Maß an Unzufriedenheit herrscht.

Australien ist übrigens für die Autoren der Studie weltweit das glücklichste Land, weil es insgesamt die beste Konstellation der günstigen Faktoren aufweist. Auch das ist für Liberale kein Zufall: Australien nimmt auf dem „Index of Economic Freedom“ der amerikanischen Heritage Foundation im weltweiten Vergleich 2007 den Platz drei ein.


Ungleichheit bei den Einkommen und Religiosität sind für ein hohes Maß an Lebenszufriedenheit nicht unbedingt entscheidend

Bemerkenswert ist aber auch, welche denkbaren Faktoren empirisch der Studie zufolge nicht mit dem jeweiligen Maß an Lebenszufriedenheit korrelieren. Einer dieser Faktoren ist die Ungleichheit. Sie gilt bekanntlich vielen Linken als Wurzel allen Übels. Die Autoren der Deutschen Bank können dagegen keinen Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Lebenszufriedenheit erkennen. In Ländern wie Japan oder Deutschland ist die Ungleichheit vergleichsweise gering, aber das gilt auch für die Lebenszufriedenheit. In den USA oder in Neuseeland sind die Einkommensunterschiede groß, doch herrscht ein hohes Maß an Lebenszufriedenheit. Umgekehrt ist die Lebenszufriedenheit in Schweden oder Finnland hoch, aber auch die Gleichheit.

Zwischen dem Maß an Religiosität und Lebenszufriedenheit konnten die Autoren gleichfalls keinen Zusammenhang feststellen. Die Religiosität ist in den USA ebenso hoch wie in Griechenland, doch ist das Maß an Lebenszufriedenheit in beiden Ländern sehr unterschiedlich. Andererseits zeichnen sich Großbritannien oder Schweden durch ein geringes Maß an Religiosität, aber ein hohes Maß an Lebenszufriedenheit aus, während die Iren mehrheitlich religiös und glücklich sind.
vorherige Seite | 1 | 2 | nächste Seite
letzte Änderung: 12.09.2008


Berlin: Begabtenförderung auf 7. StudyWorld

Organisierter Liberalismus – live!

Stipendien der Begabtenförderung: Bis Ende Mai bewerben

Schaufenster Stiftung

Blog des Liberalen Instituts

25.05.2012: Europäische Ordnungspolitik mehr...

24.05.2012: Kolumbien: Wenig Konsens auf dem VI. Amerika-Gipfel in Cartagena mehr...

24.05.2012: Sanfter Ausweg für Griechenland? mehr...

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit