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Stipendiatenmagazin „freiraum“: Liberale Bewegungen

Viermal im Jahr erscheint der freiraum, das offizielle Magazin für alle Stipendiaten und Mitglieder des Verbandes der Stipendiaten und Altstipendiaten. Die neuste Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema ‚Neue Liberale Bewegungen’.

 

Im Editorial des freiraum gibt der Chefredakteur Daniel Friedenburg einen kleinen Überblick über den Inhalt des Heftes:

 

Als überzeugter Liberaler stehe ich tagtäglich vor dem Problem nicht begreifen zu können, warum liberale Werte, eine liberale Wahrnehmung der Dinge in Deutschland nicht auf wesentlich mehr Nährboden treffen, als es der Fall ist. Darüber kann auch ein phänomenales Bundestagswahlergebnis der Liberalen nicht hinwegtäuschen. Es war offensichtlich mehr der allgemeinen Unzufriedenheit, dem politischen Protest geschuldet, als nachhaltiger Einsicht in die Richtigkeit liberaler Politik. Spätestens seit der NRW-Landtagswahl ist der organisierte Liberalismus der BRD wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

 

In der Analyse erkennt man schnell, dass in unserem Land „liberal“ oft als Synonym für „marktradikal“ missverstanden und der typische Liberale weithin als elitärer Spross des Geld- und Besitzadels verkannt wird. Problematisch ist, dass dieses Bild häufig – sei es bewusst oder unbewusst – von Seiten der FDP bedient wird oder man sich zumindest in besagte Ecke drängen lässt. So wundert es nicht, dass sich vielfach Liberale auch außerhalb der FDP politisch engagieren und organisieren. Auf diesem Wege geht der liberalen Partei Deutschlands nicht nur eine Vielzahl potenzieller Mitglieder und somit Know-How verloren: In den vergangenen Jahren hat man eine ganze Palette möglicher Themenfelder vernachlässigt und/oder anderen Parteien überlassen. Das hat möglich gemacht die FDP mehr denn je auf Wirtschaftsliberalismus zu reduzieren. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden.

 

Der Anspruch der einzigen umfassend liberalen deutschen Partei muss es sein, die Gesamtheit der deutschen Liberalen nicht nur repräsentieren zu wollen, sondern diese in ihrer inhaltlichen Ausrichtung zu berücksichtigen und somit auch für Mitarbeit zu gewinnen. War es bis zuletzt noch von großem Erfolg gekrönt, vornehmlich Wirtschaftspolitik als liberales Betätigungsfeld vor sich her zu tragen, müssen sich in der heutigen Zeit auch die Freien Demokraten einen wahrnehmbar breiteren thematischen Unterbau geben. Einem Linksruck in Deutschland kann nur eine starke, inhaltlich breit aufgestellte FDP entgegentreten, die den nötigen Mut und Willen aufbringt das bisherige Dasein als Klientelpartei zu überwinden. Durch das Bundestagswahlergebnis wurde diese Richtung bereits vorgegeben. Nun müssen Taten folgen.

 

Und die Zeichen der Zeit standen für ein solches Vorhaben niemals besser als jetzt. Unsere bundesdeutsche Parteienlandschaft ist mit einem grundlegenden Wandel konfrontiert. Der organisierte Liberalismus hat aktuell die einmalige Chance, sein gesamtes Potenzial zu entfalten. Nicht grundlos fordert Christian Lindner bereits seit 2007 ein neues FDP-Grundsatzprogramm, welches in den kommenden Jahren erarbeitet werden wird. Ein liberales Weltverständnis im Sinne eines ganzheitlichen Liberalismus ist eben nicht nur ein Luxus für Eliten, sondern ein Wertemodel in dem sich potenziell jeder wiederzufinden vermag, das jeden Bereich des gesellschaftlichen und politischen Lebens durchdringt.

 

Bitte nicht falsch verstehen, liebe Leserinnen und Leser: Es ist sicherlich nicht unbedingt Aufgabe der (Alt-)Stipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit als Ideengeber der FDP zu fungieren, wie es sicherlich auch nicht dem stipendiatischen Selbstverständnis entspricht, sich politisch automatisch mit dieser zu identifizieren. Allerdings scheint mir der Zeitpunkt ideal um auch unter Stipendiaten ein Brainstorming hinsichtlich der liberalen Themen der Zukunft und der Zukunft des Liberalismus anzuregen, wie es einige bereits im Schwerpunkt dieser Ausgabe tun. Denn: Wir verkörpern diese Zukunft.

 

Daniel Friedenburg

Chefredakteur ‚freiraum‘

Stipendiat

 

Aus dem Inhalt – Beiträge zum Thema „Neue Liberale Bewegungen“:

 

  • Interview mit Liane Knüppel zum Thema Jungdemokraten und Junge Liberale
  • Das geht auch liberal: Mit Öko-Innovationen aus der Krise
  • Wie liberal sind die Grünen?
  • 2 Paar Schuhe – Warum es gute Gründe gibt, Partei und Stiftung getrennt zu denken
  • Wider die Tyrannen! – Liberalismus im anbrechenden Zeitalter digitalisierter Massenängste
  • Freiheit leben - mit neuen Grundsätzen. Gastbeitrag von Lasse Becker, Bundesvorsitzender der Julis
  • Liberalismus und liberale Parteien in Mittel- und Südosteuropa
letzte Änderung: 17.08.2010


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