Standfest für die Freiheit

Hubertus Müller-Groeling Mit einem Kolloquium und einem Empfang in den Reinhardtstraßenhöfen wurde zu seinem 75. Geburtstag Professor Dr. Hubertus Müller-Groeling geehrt. Generationen junger Stipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung, seinen Kollegen vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel, seinen Vorstandskollegen der Stiftung und all seinen anderen Weggefährten in einem Leben für die Freiheit und die Marktwirtschaft war und ist er Vorbild an „firmitas“ und die gelebte Einheit von Freiheit und Verantwortung, von Markt und Moral. Drei Männer hob er in seinem Dank hervor, die ihn nach Abitur und kaufmännischer Lehre in diesem Sinne geprägt haben: den Philosophen Dieter Henrichs aus der Zeit seines Heidelberger Studiums der Wirtschaftswissenschaften, seinen Lehrer Herbert Giersch, der das Kieler Institut für Weltwirtschaft zu einer Institution internationalen Ranges geführt hat, und Otto Graf Lambsdorff, den liberalen Ordnungspolitiker und Kollegen in Kuratorium und Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung.
Professor Dr. Dr. hc mult. Herbert Giersch gab mit seinem Eingangsvortrag zum Kolloquium über „Föderalismus als wirtschaftspolitische Chance“ ein Niveau vor, das in den letzten Jahren intensiver Diskussion der Reform des deutschen Föderalismus höchst selten erreicht worden ist.
Am Großen der deutschen Wirtschaftswissenschaften, dem weltweit meistzitierten deutschen Ökonomen, beeindruckte nicht nur seine wirtschaftspolitische Kompetenz und die Weite seines intellektuellen Horizonts: Herbert Giersch überzeugte und gewann die Zuhörer durch das Bekenntnis eines wahren Liberalen, eines konsequenten Wettbewerbsföderalisten und eines großen Humanisten, der für Werte steht, für Freiheit, die eingebettet ist in eine Werteordnung.
Das prägte alle weiteren Vorträge und die von Karen Horn souverän moderierte Diskussion auf höchstem Niveau. Es fehlte bei aller Auseinandersetzung in der Sache auch nicht an Humor, etwa, als Hans D. Barbier in der Kontroverse um eine Länderneugliederung vorschlug, den Präsidenten des Bremer Senats, Bürgermeister Dr. Henning Scherf, doch als Ehrenmitglied in eine Liberale Familie aufzunehmen: Er stehe für Wettbewerbsföderalismus, der beim Bürger anfange, der auch „exit and invoice“ der Bürger zulassen müsse und in dem sich eben auch „Kleinstaaten“ behaupten könnten. In den Vorträgen von Professor Dr. Dr. Christian Kirchner, Professor Dr. Edzard Schmidt-Jortzig und Dr. Alfred Boss sowie in den Diskussionsbeiträgen wurde der dafür notwendige Ordnungsrahmen konkret umrissen. Das perverse Anreizsystem des heutigen Föderalismus müsse durch klare Zuordnung von Kompetenzen und politischer Verantwortung für Aufgaben und Finanzen ersetzt werden. Ernst Burgbacher MdB, Mitglied der Bundesstaatskommission, fasste zusammen, dass für eine solche Reform die fünf Manifeste der Föderalismuskommission der Friedrich-Naumann-Stiftung unabdingbare Orientierung seien.

Otto Graf Lambsdorff Den anschließenden Empfang leitete die Laudatio von Otto Graf Lambsdorff ein.
Laudatio





