Menschenrechte: Schwerpunkt der internationalen Stiftungsarbeit

Gruppe der FNSt-Teilnehmer an der IHRA Zum dritten Mal in Folge entsandte die Internationale Akademie für Führungskräfte (IAF) Teilnehmer für den jährlich durchgeführten Menschenrechts-Intensivkurs der Juristischen Fakultäten der Universitäten Utrecht, Gent, Western Cape und American University.

Workshop des Rahmenprogramms: Als Kooperationspartner der Veranstalter hat die IAF den Kurs vor drei Jahren in ihr laufendes Seminarprogramm zum Thema Menschenrechte aufgenommen und stattet seither ausgewählte Menschenrechtsexperten aus den Projektländern der Stiftung mit Stipendien für die Teilnahme daran aus. In diesem Jahr folgten zehn Menschenrechtsexperten aus 9 Ländern der Einladung der Stiftung zur Teilnahme an der International Human Rights Academy (IHRA). Die reihum von den Veranstaltern durchgeführte zweiwöchige Veranstaltung wurde im Spätherbst 2005 von der Western Cape University in Kapstadt ausgerichtet. Südafrika als Veranstaltungsort verlieh der IHRA 2005 besonderes Gewicht, als Land, in dem jahrzehntelang Menschenrechte missachtet und verletzt wurden, und das erst genau 10 Jahre zuvor eine demokratische und die Menschenrechte all seiner Bürger fest schreibende Verfassung erhalten hatte. Alle Beteiligten – Referenten und Teilnehmer des Kurses - fühlten sich durch das Beispiel des Gastlandes täglich an die Bedeutung ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Menschenrechtsarbeit erinnert und in ihrem Engagement bestärkt.

FNSt-Kursmodul zu Rule of Law: Etwa 40 Referenten boten den Kursteilnehmern zunächst einen Überblick über die international und regional geltenden Gesetze und Vereinbarungen sowie die entsprechenden Institutionen und Mechanismen zum Schutz der Menschenrechte. Einzelne Vorträge und Workshops beschäftigten sich dann mit speziellen Gruppen von Menschenrechten, wie Asylrecht, Kinderrechte, Flüchtlingsrecht und Minderheitenrechte. Aktuelle internationale Problemfelder und ihr Bezug zu den Menschenrechten bildeten einen weiteren Schwerpunkt im Kursprogramm, so wurden u. a. die Implikationen von Terrorismusbekämpfung, Außenpolitik und Entwicklungshilfe für die Situation der Menschenrechte beleuchtet. Die Friedrich-Naumann-Stiftung leistete erstmals einen Beitrag zum allgemeinen Kursprogramm durch ein interaktives Modul zum Thema „Human Rights and Rule of Law“, in dem sich die Teilnehmer die Interdependenz von Rechtsstaatlichkeit und Schutz der Menschenrechte erarbeiteten.
Besondere Dynamik für den Kursverlauf resultierte vor allem aus dem intensiven Erfahrungsaus-tausch der insgesamt 56 Teilnehmer aus 43 Ländern, die an ihren unterschiedlichen Herkunftsorten unmittelbar mit der Verletzung und Missachtung von Menschenrechten konfrontiert werden. Jeder wurde damit zu einer Quelle konkreter Fallbeispiele, die im Verlauf von zwei Wochen offen und zeitweise hoch emotional diskutiert wurden und so das Wissen aller – einschließlich der Referenten - über die weltweite Menschenrechtssituation vervollständigten. Es wurde mehr als deutlich, dass es neben den aktuellen und in allen Medien präsenten Brennpunkten der Menschenrechtsverletzungen auch eine Vielzahl von Orten in der Welt gibt, deren beklagenswerte Menschenrechtssituation in der öffentlichen Diskussion keine Rolle spielt, deshalb aber nicht minder dringend einer Lösung bedarf.
Die eigentliche IHRA wurde durch ein Rahmenprogramm ergänzt, das die von der Stiftung entsandten Teilnehmer stärker mit der Arbeit der Stiftung allgemein und der Geschichte ihres Menschenrechtsengagements im besonderen vertraut machte und ihnen in einem Workshop Gelegenheit gab, den engen Zusammenhang zwischen liberalen politischen Werten und der Förderung der Menschenrechte herauszuarbeiten. Wie auch bei den Vorgängerveranstaltungen erwies sich das Rahmenprogramm als wichtige Plattform für den Erfahrungsaustausch im engeren Kreis und außerdem als starker Impulsgeber für die Netzwerkbildung von der Stiftung nahe stehenden Menschenrechtsexperten. Sie regten die Gründung eines Alumni-Kreises aller von der Stiftung entsandten IHRA-Teilnehmer an, um so die Nachhaltigkeit der Teilnahme an dieser Veranstaltung und die Fortsetzung des Erfahrungsaustausches zu gewährleisten.
Die Bedeutung des anhaltenden Stiftungsengagements auf dem Gebiet der Menschenrechte und der Unterstützung der in diesem Bereich aktiven Partnerinstitutionen unterstrichen alle zehn Teilnehmer, die den zweiwöchigen Menschenrechtskurs als wertvolle Ergänzung ihrer Kenntnisse bewerteten. Die Stärkung der Menschenrechte bleibt zentrale Aufgabe der Stiftungsprojektarbeit weltweit und Vertreter von entsprechenden Partnerorganisationen der Friedrich-Naumannn-Stiftung werden auch im Jahr 2006 wieder Gelegenheit haben, an der International Human Rights Academy teilzunehmen.
Simoné Okaj-Braun
Internationale Akademie für Führungskräfte (IAF)





