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Sally Perel – Hitlerjunge Salomon

Sally Perel
Sally Perel
Der Besuch von Sally Perel im Gymnasium Wandlitz und im Oberstufenzentrum Verkehr in Berlin-Schöneberg ist durch die Kooperation mit dem Büro Berlin-Brandenburg der Friedrich-Naumann-Stiftung ermöglicht worden. Zu drei Lesungen kamen insgesamt 750 Schüler, um den ergreifenden Worten von Sally Perel zu folgen.

Sally Perel begrüßte die Jugendlichen herzlich mit „Shalom“ und „Salam“. Geschichte sei die beste Lehrmeisterin begann Perel seinen beeindruckenden Vortrag. Aus der Betrachtung der Vergangenheit könne man lernen, welche Fehler begangen wurden und welche man schlussfolgernd nicht wiederholen dürfe. Insbesondere die Jugend solle wissen, was damals in der Zeit des Nationalsozialismus geschah.

Sally Perel im Gespräch mit Schülern
Sally Perel im Gespräch mit Schülern
Kritisch setzte sich Perel mit seinem Leben auseinander, lebte er doch zwei Leben – das eine beruhend auf seinen jüdischen Wurzeln; das andere sozialisiert durch die Ideologie Nazideutschlands: Zum Zeitpunkt des deutschen Angriffs auf Russland lebte Sally Perel in einem Waisenhaus. Allen jüdischen Kindern wurde dort befohlen, sich auf den Weg nach Minsk zu begeben, um der Wehrmacht zu entkommen. Auf dieser Flucht - mitten durch Schlachtfelder und Zerstörungen - löste sich die Gruppe jedoch auf. Er hielt sich in einem Dorf vor Minsk auf, bis dieses von der Wehrmacht überrollt wurde.
Die Bevölkerung musste sich in langen Reihen aufstellen und wurde sortiert, nach Jude und Nichtjude. Den sicheren Tod vor Augen, erklärte er: „Ich bin Volksdeutscher.“ Aus Sally Perel wurde Josef Perjell. Er rettete somit sein Leben in der „Haut“ des Feindes als Hitlerjunge. Zur gleichen Zeit wie er „Heil Hitler“ rief, wurden seine Glaubensbrüder in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern vergast und verbrannt.

Sally Perel brauchte mehr als vierzig Jahre, um das Trauma seines Lebens in Worte zu fassen. Aber mit dem Beschluss, dies zu tun, verpflichtete sich Sally Perel selbst, eine Aufgabe zu übernehmen, nämlich im Sinne von Steven Spielbergs Zitat „Zeitzeugen sind Lehrer.“

Abschließend betonte Sally Perel: „Ich möchte nicht Schuldgefühle erwecken; ich möchte nicht Euer Gedächtnis erschweren, sondern Euren Verstand erleuchten. (…) Ihr seid nicht schuldig, was damals geschah, ihr seid aber schuldig, wenn es wieder passiert! Ihr müsst handeln. Es liegt in Euren Händen!“


Michael Gold
Büro Berlin-Brandenburg
letzte Änderung: 12.09.2008


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