„Relial“: Aktionen für ein liberales Lateinamerika
In Guatemala Stadt haben sich auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung die Vertreter der Mitgliedsorganisationen des Liberalen Netzwerks Lateinamerika (Relial) getroffen, um die Umsetzung der für das Jahr 2006 gesetzten Ziele zu diskutieren und einen Arbeitsplan für das Jahr 2007 definieren.
James Tooley Am Vorabend der Veranstaltungen fand ein Abendessen zu Ehren des Gastredners Dr. James Tooley statt. Dr. Tooley ist Professor für Bildungspolitik an der Universität in Newcastle und Direktor des E.G. West Centre der Universität Newcastle. Tooley ist Experte für Bildungsfragen und hat mehrere Reisen in die ärmsten Gegenden der Welt unternommen, um die Bildungssituation in Entwicklungsländern zu analysieren. Seine letzten Feldstudien führten ihn für zwei Jahre nach Indien, Ghana, Nigeria und Kenia, wo er Untersuchungen über Privatschulen in marginalisierten Zonen vorgenommen hat.

Victor Hugo Becerra, James Tooley und Otto Guevara In seiner Rede erläuterte Tooley, dass die unabhängigen privaten Schulen in den ärmsten Vierteln der Welt oftmals über ein höheres Bildungsniveau verfügen als die öffentlichen. Analysen bezüglich der akademischen Leistung zeigen einen deutlich höheren Lernerfolg in Privatschulen als in öffentlichen Schulen. Auch bei der Analyse weiterer Indikatoren wie z.B. der Anwesenheit oder Teilnahme der Schüler am Unterricht erzielen die Privatschulen durchgehend bessere Ergebnisse. Das von Tooley angesprochene Thema der Privatbildung für Arme ist für Lateinamerika, wo ein wesentlicher Teil der Bevölkerung in Armut lebt, von besonderem Interesse und führte zu einer angeregten Diskussion unter den Zuhörern.
Am folgenden Tag diskutierten 36 Vertreter der 26 teilnehmenden Mitgliedsorganisationen von Relial unter dem Vorsitz von Otto Guevara, Präsident der Partei Movimiento Libertario in Costa Rica, über die Vereinbarungen, die im April 2006 beim Relial-Kongress in Porto Alegre getroffen wurden. Dazu gehörten unter anderem die Entwicklung eines Relial-Index, die Einführung eines Intranets für das Netzwerk und ein stärkerer Einsatz der Relial-Mitgliedsorganisationen zur Bekanntmachung des Netzwerks.





