Projekterfahrungen nach Deutschland zurückführen
Davon ausgehend, daß der Nord-Süd-Dialog für den Austausch politischer Ideen sehr wichtig ist, legt die Friedrich-Naumann-Stiftung ihr Augenmerk auch darauf, politische Erfahrungen, die im Ausland gemacht werden, in den politischen Entscheidungsprozess im Heimatland einzubringen.So war kürzlich Frau Gulmina Bilal, Projektkoordinatorin im Stiftungsbüro in Pakistan eingeladen, um bei FDP-Parlamentariern, aber auch in FDP- Verbänden, bei deutschen Medien und an einigen Universitäten bzw. Instituten aufzutreten, um ihre Erfahrungen mitzuteilen. Unter anderem waren das die Universitäten in Duisburg und das Südasieninstitut der Universität Heidelberg, was als eines der renomiertesten im Bereich Politik und Entwicklung in Südasien gilt.
Die Vorlesungstour, die vom 15. bis 23. Oktober dauerte, war auf einen interaktiven Dialog zwischen Lektor und Publikum ausgerichtet und focussierte darauf, ob es in Pakistan ein liberales Denken geben kann, auf die Erfahrungen, die Frauen in der Politik in Pakistan haben und auf die politische Landschaft generell. Letzteres insbesondere im Hinblick auf die Kommunalwahlen vom August 2005 und die politischen Folgen auch bezüglich der für 2007 angekündigten Parlamentswahlen.
Die intensiven Debatten führten zu interessanten Fragen wie zum Beispiel, ob und wie Frauen in beiden Ländern politisch aktiv sein können, ob Quoten für Frauen liberal sind oder ob es andere innovative Wege gibt, dieses Problem anzusprechen. Diese Diskussion war umso mehr interessant, da es in Deutschland voraussichtlich in Kürze erstmals eine Kanzlerin geben wird.
Pakistan zum Beipiel hatte bereits zweimal einen weiblichen Premier und es gibt – gesetzlich vorgeschrieben - eine große Anzahl von Frauen, die Mandate auf der nationalen, der Provinz- und der Kommunalebene besetzen. So ging es um deren Erfahrungen und um die Probleme, mit denen sich die weiblichen Mandatsträger auseinanderzusetzen haben. Das schien vor allem innerhalb der FDP interessant zu sein, da es augenscheinlich bisher keine interne Debatte hinsichtlich der Frauenpartizipation gibt.
Aus den Gesprächen ging auch hervor, daß sich die (weiblichen) Liberalen sowohl in Ländern, die sich im Transformationsprozeß befinden als auch in entwickelten Demokratien diesen Herausforderungen stellen müssen.
Im Gespräch mit Frau Dr. Irmgard Schwaetzer, Mitglied des Vorstandes der Stiftung, erörterte Gulmina Bilal Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit zwischen politisch aktiven liberalen Frauen bzw. Frauenorganisationen.
Das alles unterstützt die anfangs aufgestellte These, daß es einen Dialaog zwischen den verschiedenen Teilen der Welt geben muß und das gute Erfahrungen im Ausland auch auf die deutsche Politik rückwirken können und sollen.
Gulmina Bilal





