Potsdam: Kamingespräch mit Walter Scheel
Ein Kamingespräch mit Walter Scheel – das bedeutet Kurzweil. Nicht nur, weil Walter Scheel aus der nahezu unglaublichen Fülle seiner Tätigkeiten viel Interessantes zu berichten weiß, sondern auch, weil über einen unvergleichlichen Esprit verfügt, der den Zuhörer an seinen Erzählungen mit Freude teilhaben lässt.Eine beispiellose politische Laufbahn zeichnet Walter Scheel aus, vom Stadtverordneten zum Bundespräsidenten, mit Zwischenstationen (unter vielem anderen) als Bundesminister, die für die Entwicklung Deutschlands und Europas von entscheidender Bedeutung waren – und allesamt für gute Entwicklungen.

Prof. Dr. Jürgen Morlok Von 1967 bis 1974 war Scheel stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung, 1979 wurde er Vorsitzender des Kuratoriums. Seit 1991 ist er Ehrenvorsitzender. Schon aus diesen Daten geht die enge Verbundenheit Walter Scheels mit der Stiftung hervor. Dies hob auch der heutige Kuratoriumsvorsitzende, Prof. Dr. Jürgen Morlok in seiner Begrüßung hervor. Das anschließende Kamingespräch wurde vom Vorsitzenden des Vorstandes, Dr. Wolfgang Gerhardt, moderiert – mit Bertrand Freiesleben gesellte sich der Bildhauer dazu, der die Büste erschaffen hatte, die Walter Scheel so trefflich und sympathisch darstellt.

Der Künstler und sein Modell Freiesleben erinnerte sich gerne an die sechs zweistündigen Sitzungen mit Walter Scheel, die zur Anfertigung der Büste nötig waren. Zu Beginn der Arbeit sei es für ihn eher ein Hinspüren als ein Hinsehen gewesen, das ihn die typischen Züge des Politikers erkennen ließ.

Dr. Wolfgang Gerhardt, Walter Scheel Diese Zeit sei von Kurzweil geprägt gewesen, von Gesprächen über Gott und die Welt: „Sie haben mir ein Klima gegeben, das ich sehr genossen habe“, bedankte sich der Bildhauer bei seinem Modell. Für den Künstler, Jahrgang 1967, war in der Kinderzeit Walter Scheel aber nicht nur eine politische Figur, die er aus dem Fernsehen kannte, sondern auch „der Name, der als Unterschrift auf meinen Ehrenurkunden der Bundesjugendspiele stand“.

Walter Scheel Das Kamingespräch gab einen viel zu kurzen Abriss des Lebenswerks von Walter Scheel – breiten Raum nahm die Entwicklung der Entspannungspolitik ein und das Ende der Teilung Deutschlands. Am Tag des Mauerfalls, so berichtete Walter Scheel, sei er mit seiner Frau in Berlin gewesen und habe diese bewegenden Momente miterleben dürfen – für ihn sei deshalb „der 9. November 1989 der nationale Feiertag schlechthin.“

Bertrand Freiesleben, Rolf Berndt Bertrand Freiesleben und das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung, Rolf Berndt, sorgten im Anschluss an das Kamingespräch persönlich dafür, dass die Büste des Freundes der Stiftung einen ehrenvollen Platz am Aufgang zur ersten Etage des Truman-Hauses bekam. An Walter Scheel werden nun viele Liberale auf ihrem Weg ins Vorstandsbüro vorbei kommen. Trotzdem gilt unverändert: An Walter Scheel kommt kein Liberaler vorbei.





