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Potsdam: Festakt für Sally Perel

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit dankte in einem Festakt dem Zeitzeugen Sally Perel für seine großen Verdienste in der politischen Bildungsarbeit.

<small>Sally Perel mit Vertretern der Friedrich-Naumann-Stiftung und Gästen aus der Politik</small>
Sally Perel mit Vertretern der Friedrich-Naumann-Stiftung und Gästen aus der Politik
„Ich war Hitlerjunge Salomon“ Mit der gleichnamigen Autobiografie von 1992 wurde Sally Perel berühmt. Seitdem sucht der heute 87 Jährige unermüdlich das Gespräch mit Jugendlichen, liest in Schulen, und beantwortet unzählige Fragen der wie gebannt zuhörenden Schüler. Seit 2006 finden Lesungen in Kooperation mit der Stiftung für die Freiheit statt: Über 33.000 Schülerinnen und Schüler in rund 190 Veranstaltungen hörten bislang die unglaubliche und einmalige Geschichte des „Hitlerjungen Salomon“.

Für diese enge Zusammenarbeit und ihren großen Wert für die politische Bildungsarbeit ist die Stiftung Sally Perel zu großem Dank verpflichtet. Mit einem Festakt in der Potsdamer Truman-Villa wurde dieser Dankbarkeit Ausdruck verliehen.

<small>Cornelia Schmalz-Jacobsen</small>
Cornelia Schmalz-Jacobsen
Cornelia Schmalz-Jacobsen, deren Eltern für ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus in die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem aufgenommen wurden, hielt eine bewegende Laudatio. Schmalz-Jacobsen resümierte die Lebensgeschichte Perels, die von Paradoxa, Irrungen und der konstanten Angst vor Entdeckung geprägt ist: „Viele Verfolgte versteckten sich. Sally Perel versteckte sich als ‚Jupp Perjell‘ in seinem eigenen Körper. Sein Körper war sein Gefängnis“. Umso bewundernswerter sei es, wie Perel mit dieser doppelten Identität als Junge umging und wie er heute sein Schicksal in den Dienst der Aufarbeitung der Gewaltherrschaft stellt. „Dieser Mann kennt keinen Hass“, beendete folgerichtig Schmalz-Jacobsen ihre Rede.

Für die Stiftung dankten ihm Rolf Berndt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Gerhard Söltenfuß, Bereichsleiter für Politische Bildung und Begabtenförderung, und die Leiterin des Regionalbüros Berlin-Brandenburg Anne Wellingerhof. „Nie wieder!“ überschrieb Söltenfuß sein Plädoyer für die Freiheit. „Nie wieder“ sei auch die Mission Perels, denn durch seine entschlossene Bereitschaft, sich schonungslos der Vergangenheit zu stellen, helfe er, den Bildungsauftrag der Stiftung zu erfüllen. Mündige Bürger mit einer eigenständigen politischen Handlungs- und Urteilskompetenz seien das festgeschriebene Ziel der Stiftung. Wellingerhof betonte Perels Verdienste um den notwendigen Respekt zwischen der jüngeren und älteren Generation: „ Perel spricht die Sprache der Jugendlichen. Er macht sie zu Zeitzeugen, zu Verbündeten, er fordert sie auf, sich mit Zivilcourage gegen Diskriminierung und Rassismus einzusetzen“.

Spontaner Dank wurde auch von Seiten der Politik ausgesprochen. <small>Andreas Büttner MdL</small>
Andreas Büttner MdL
Andreas Büttner, Fraktionsvorsitzender der FDP im Brandenburgischen Landtag, nahm gemeinsam mit seinen Fraktionskolleginnen Marion Vogdt und Linda Teuteberg am Festakt teil. Büttner nutzte den Anlass und würdigte die Leistung Sally Perels im Kampf gegen das Vergessen und gegen ein Wiederaufkeimen antisemitischer Ideen.

Das Duo Common Contrast rundete den Festakt mit Saxophon und Akkordeon musikalisch ab.

Daniela Saccà-Reuter

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letzte Änderung: 21.12.2012


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