Potsdam: Afrikanische Sozialpolitiker im Dialog

Die Delegation, eingerahmt von ihren Gastgebern Ernst Specht und Sascha Tamm Liberale Prinzipien beim Um- und Aufbau von Systemen sozialer Sicherung zu beachten ist eine wichtige Alternative zu den maroden staatlichen Gesundheits- und Pensionssystemen in vielen afrikanischen Ländern. Das war die einhellige Meinung von Sozialpolitikern aus Ghana, Südafrika, Simbabwe und Tansania, die während einer Informationsreise einen Dialog mit deutschen Counterparts aus Stiftung, FDP und Liberalem Institut der Stiftung für die Freiheit in Potsdam führten.
Das „cash and carry“ – System, bei dem „kostenfrei“ angebotener staatlicher Gesundheitsservice nur gegen Barzahlung auf oder unter dem Tisch zur Verfügung stehe, müsse überwunden werden. Und überwunden werden müssten auch staatliche Pensionssysteme, die in vielen afrikanischen Ländern lediglich als Finanzreservoir der Regierungen und damit zur Ausbeutung der jüngeren Generation dienen, da es dort heute noch wenige Alte gibt, die es voll in Anspruch nehmen.
Hier sei zwar eine Versicherungspflicht erforderlich, jedoch individuell aufgebaut und mit eigenem Versicherungskonto. Von den Unzulänglichkeiten des Umlagesystems insbesondere bei demografischen Veränderungen sollte gelernt werden. Allerdings sei auch erforderlich, ein funktionierendes und staatlich reguliertes privates Versicherungssystem zu haben, das in eine marktwirtschaftliche Struktur hineinwachsen müsse.
Man stehe vor großen Aufgabenstellungen, die kleine, aber konzeptionell richtige Lösungsschritte erforderlich machten. Vor allem sei die Menschenwürde dabei in den Vordergrund zu stellen. Die Diskussion hat gezeigt, dass durchaus beide Seiten voneinander lernen können, um die soziale Wirkung liberaler Lösungen zu entfalten.
Ernst Specht





