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Entwicklung kann man nicht kaufen

Fast 2,5 Bio. US-Dollar sind bisher weltweit in die Entwicklungshilfe geflossen. Doch warum überzeugen die Ergebnisse bisher nur wenig?

Für Rainer Erkens, den langjährigen Auslandsmitarbeiter der Stiftung in Uruguay, Südafrika und demnächst Brasilien, liegen die Probleme der Entwicklungspolitik schon in den oft fragwürdigen Annahmen begründet, auf denen sie basiert. An Hand von 15 gängigen Thesen stellt er in auch für Laien gut lesbarer Form dar, was an den Auffassungen vieler Entwicklungspolitiker und der breiten Öffentlichkeit dubios oder manchmal sogar falsch ist und auf welch schwankendem Grund sich selbst sogenannte Experten in der Diskussion um die Überwindung der Unterentwicklung bewegen.

Zu den dargestellten Thesen gehört ebenso die Meinung, Entwicklung ließe sich kaufen und müsse von außen kommen wie der Glaube, dass für die Probleme der Entwicklungsländer kulturelle Faktoren ausschlaggebend sind oder der Meinung, lediglich der Protektionismus der Industrieländer und die Verschuldung seien daran Schuld, dass sich in manchen Ländern so wenig entwickelt.

Doch Rainer Erkens gibt sich nicht damit zufrieden, nur Fehler zu kritisieren. Er macht auch deutlich, wo für Liberale der die Ansatzpunkte für eine effektive und effiziente Entwicklungspolitik zu suchen ist. Effektiv ist für ihn Entwicklungspolitik vor allem dann, wenn sie sich möglichst bald überflüssig macht, weil der Partner eben entwickelt ist. Davon ist man vielerorts freilich noch weit entfernt.

Rainer Erkens
Rainer Erkens
Einen besonders breiten Raum nimmt in der neuen Publikation die Armutsbekämpfung ein. Hier geht Rainer Erkens kritisch mit der gängigen Auffassung von den Armen und der für sie richtigen Hilfe um. Er argumentiert, dass die Menschen in der Dritten Welt (und das schließt gerade die Armen ein) keine fürsorgliche Belagerung durch die Reichen und keine pompösen Solidaritätsadressen brauchen. Wenn sie den Weg aus Armut und Unterentwicklung finden sollen, brauchen sie in erster Linie Anreize und Chancen vor Ort. Beides ist dann gegeben, wenn Menschen frei denken und handeln könne, das Eigentum geschützt ist, rechtsstaatliche Verhältnisse herrschen und die Märkte offen sind. Genau das versuchen aber Besitzstandswahrer aller Schattierungen von Politikern über korrupte Beamte, Gewerkschaftsvertreter und Monopolisten bis zu religiösen Führern oft zu verhindern. Für sie sind Wettbewerb und Marktwirtschaft Teufelszeug, weil sie ihnen Chancen nehmen, die Armen weiterhin auszubeuten und zum Erhalt der eigenen Macht einzusetzen. Unterentwicklung ist daher immer ein Indiz und Resultat für Unfreiheit und Unmündigkeit.

Entwicklungshilfe, die hier ansetzt, die also für Freiheit, Eigentum, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft eintritt, ist aus Sicht von Rainer Erkens sinnvoll angelegt. "Wer Anreize und Chancen schafft, weist Menschen den Weg aus Armut, Unmündigkeit und Unfreiheit, ohne dass im Namen von Brüderlichkeit oder Gleichheit viel Geld verteilt werden muss."

Publikation hier kostenlos bestellen
letzte Änderung: 12.09.2008


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