Nr. 06 | 03.02.2012 | Kaffeesatzleserei und Proteste am Cap Vert - Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Senegal
Durch die deutschen und internationalen Medien geistern seit dem Wochenende Bilder brennender Autoreifen und Steine werfender Jugendlicher in Senegal. Die Überschriften dazu lauten beispielsweise „Dakar brennt“ oder „Ein Hauch von Arabischem Frühling“. Die Proteste, meist von jungen Senegalesen geführt, richten sich gegen eine erneute Kandidatur des amtierenden Präsidenten Abdoulaye Wade bei den Wahlen Ende Februar 2012. Die Bilder und die begleitenden Kommentare suggerieren, dass Senegal am Rande eines Bürgerkriegs steht, „die Staatsmacht“ brutal durchgreift und eine Art Staatsstreich vonstattengeht. Diese Berichterstattung ist jedoch drastisch überzogen und in Teilen schlicht falsch. Die vehemente Kritik an der Zulassung Wades zu den nächsten Wahlen durch das Verfassungsgericht vermischt sich mit dem davon unabhängigen Wunsch, dass er endlich gehen möge. Im Kern der aktuellen Geschehnisse stehen jedoch die zwei jüngsten Entscheidungen des Verfassungsgerichts: einmal über die Liste der zugelassenen Kandidaten, und dann über die Validierung einer weiteren Kandidatur Präsident Wades.Vollständigen Text jetzt abrufen (PDF)




