Nr. 02 | 12.01.2011 | Tunesien: Aufstand der Musterschüler – Tunesien am Scheideweg
Gewalttätige Unruhen mit bislang über 50 Toten erschüttern seit mehreren Wochen das Urlaubsland Tunesien. Ausgelöst von der Selbstverbrennung eines jungen Mannes im Dezember, haben die Proteste seitdem an Intensität und gesellschaftlicher Tiefe gewonnen und betreffen inzwischen das gesamte Land. Der Protest richtet sich auch immer stärker gegen das autoritäre Regime des Landes, das Präsident Zinedine Ben Ali seit nun mehr 23 Jahren mit harter Hand führt. Trotz wenig Zurückhaltung im Einsatz der Sicherheitskräfte ist es bislang nicht gelungen die Proteste einzudämmen. Da der 73-jährige Alleinherrscher weder seine Nachfolge geregelt noch politische Konkurrenz zugelassen hat, ist es unwahrscheinlich, dass schnell eine glaubwürdige politische Alternative gefunden wird, die Aufbruch signalisiert und eine neue politische Richtung vorgibt. Die regionalen Implikationen sind dabei begrenzt: Trotz gemeinsamer Ursachen folgen die zeitgleichen Proteste in Algerien einer eigenen Dynamik. Von einer Abenddämmerung der Diktatoren im gesamten Maghreb aufgrund der Proteste zu sprechen erscheint verfrüht.Vollständigen Bericht jetzt abrufen (PDF)




