Philipp: „Politiker sollten mehr und öfter zurücktreten“
Der Umgang von Parteimitgliedern untereinander wurde von den Zuhörern ebenfalls kritisiert. Auch der Autor musste zugeben, dass beispielsweise der ehemalige Ministerpräsident Max Streibl in der Amigo-Affäre 1993 „auf ganz perfide Weise abgesägt“ worden sei. Allerdings seien politische Parteien nun mal „kein Kirchenchor“ und dass Parteifreunde Medien zur Demontage instrumentalisierten, sollte niemanden überraschen. Zu begrüßen sei in diesem Zusammenhang eine mittlerweile „hilfreiche Versachlichung“ bei der Beurteilung von privatem Verhalten, wie man es bei den beiden homosexuellen Landeschefs von Beust und Wowereit und der Causa Horst Seehofer sehen konnte. Für den Rest der Legislaturperiode erwartet der Historiker keine weiteren Umbesetzungen im Berliner Kabinett. „Zeiten großer Koalitionen sind keine Zeiten für Rücktritte“, schloss Michael Philipp.Maria-Christina Nimmerfroh
Regionalbüro Wiesbaden
Medienpolitische Diskurse





