Bundesdatenschutzbeauftragter Schaar im Chat
"Jeder erinnert sich an die widerwärtigen Geruchsproben der Stasi." Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar zeigte sich im Chat mit der Virtuellen Akademie über die im Vorfeld des G8-Gipfels durchgeführten Fahndung mit Geruchsproben entsetzt: „Selbst wenn es hierfür eine formale Rechtsgrundlage gäbe, die ich allerdings nicht erkennen kann, hätte ich mit derartigen Praktiken meine Probleme.“Peter Schaar war im Rahmen des Online-Seminars „Wieviel Freiheit opfern wir den Terroristen?“ zu Gast in der Virtuellen Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Intensiv wurde im 40-minütigen Chat über weitere aktuelle Fragen wie die Speicherung von Fingerabdrücken diskutiert: Mit „Erstaunen“ und „Erschrecken“ nehme er die aktuelle Diskussion in der Bundesrepublik war. Die Diskutanten stellten insbesondere Fragen zu den grundsätzlichen Aspekten des Datenschutzes und den Handlungsmöglichkeiten des Datenschutzbeauftragten. Aber auch den Einfluss der europäischen Politik durch Richtlinien auf den Datenschutz in Deutschland stand im Mittelpunkt des Interesses.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte forderte die Politiker auf, in einigen Bereichen nach vielen Worten nun endlich auch faktisch tätig zu werden: „Vordringlich sind Regelungen zum Scoring, zu Auskunfteien, die Verbesserung des Auskunftsrechts und der Sanktionsmöglichkeiten.“ Auch bei der Regelung der Datenschutzaudits, in denen Datenschutzprozesse hinsichtlich der Erfüllung von Anforderungen und Richtlinien bewertet werden, sieht der studierte Volkswirt Schaar in Deutschland dringenden Handlungsbedarf.
Über 130 Teilnehmer beteiligen sich am 14-tägigen Online-Seminars „Wieviel Freiheit opfern wir den Terroristen?“ Das von Moritz Kracht geleitete Seminar endet am 1. Juni 2007.
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