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Partner im Globalisierungsprozess

S. Poddar (Mitte) und Dr. S. Swamy (rechts) folgen den Ausführungen Graf Lambsdorffs.<br />
S. Poddar (Mitte) und Dr. S. Swamy (rechts) folgen den Ausführungen Graf Lambsdorffs.
Indien rückt verstärkt ins Interesse deutscher wirtschaftlicher und politischer Interessen. Dies lässt sich schon zu Beginn des "Indien-Jahres" festhalten, das angesichts einer Reihe von Ereignissen in Deutschland propagiert wird, bei denen Indien Gast- oder Fokusland ist (u.a. Industriemesse in Hannover, Buchmesse in Frankfurt). Diese Erkenntnis wurde auch auf zwei Veranstaltungen unterstrichen, die das Regionalbüro Südasien mit zwei deutschen liberalen Politikern im Rahmen ihrer jeweiligen Besuchsprogramme in Indien durchgeführt hat: Alexander Graf Lambsdorf, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Walter Hirche, Wirtschaftsminister in Niedersachsen.

Graf Lambsdorff referierte auf einer Round Table Diskussion zum Thema "Europe, India and Globalisation: Political and Economic Challenges for the 21st Century", zu der die FNSt und der Stiftungspartner Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry am 27. Februar in Delhi eingeladen hatten. Minister Hirche führte Ende Februar und Anfang März eine mehr als 50köpfige Wirtschaftsdelegation aus Niedersachsen in die zentralen politischen und Wirtschaftszentren Indiens; am 28. Februar trafen er und Mitglieder seiner Delegation mit Partnern der Stiftung in Mumbai zu einer Diskussionsrunde zum Thema "Liberalistion, Privatisation and Globalisation: Where does India stand?" zusammen.

 Alexander Graf Lambsdorff, MdEP, bei seinem ersten Besuch in Indien<br />
Alexander Graf Lambsdorff, MdEP, bei seinem ersten Besuch in Indien
Auf beiden Veranstaltungen wurde die Notwendigkeit zu intensiverem Dialog zwischen Indien und Deutschland bzw. Europa betont. Nur auf der Grundlage des Verständnisses politischer Strukturen und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen lassen sich, so der Konsens auf beiden Veranstaltungen, die wirtschaftlichen Möglichkeiten zwischen beiden Regionen zum Wohle der Menschen voll ausschöpfen. Graf Lambsdorff unterstrich in seinem Beitrag die wichtigste gemeinsame Basis für Kooperation und friedlichen Austausch zwischen Indien und Europa, nämlich die Verankerung der Demokratie in beiden Regionen. Seine Vision einer umfassenden trilateralen strategischen Partnerschaft zwischen der EU, Indien und den USA, die auf demokratischen Werten, offenen Handelsbeziehungen und einer positiven Grundhaltung zur Globalisierung gründen könne, wurde lebhaft diskutiert.

Minister W. Hirche (2. v.r.)in Mumbai, mit RBL Dr. R. Klaff (r.) und zwei Teilnehmern der Diskussionsrunde
Minister W. Hirche (2. v.r.)in Mumbai, mit RBL Dr. R. Klaff (r.) und zwei Teilnehmern der Diskussionsrunde
Die indischen Teilnehmer bekannten sich auf beiden Veranstaltungen uneingeschränkt zum indischen Reformprozess, der durch eine Liberalisierung der Wirtschaftsstrukturen und den Drang nach stärkerer Integration in das internationale System, besonders in den Weltmarkt, gekennzeichnet ist. Aber die Vertreter der Partnerorganisationen der Stiftung verwiesen auch auf die Unzulänglichkeiten dieses Prozesses, die aus liberaler Perspektive weiterhin auszumachen sind. Rechtsunsicherheit auf Grund eines überlasteten und politisch nur bedingt unabhängigen Justizwesens sowie Korruption und Schlendrian auf Grund von Intransparenz und fehlendem Verantwortungsbewusstsein in Politik und Verwaltung wurden als zentrale Probleme Indiens benannt, um mehr Freiheitlichkeit und bessere Lebensumstände für alle Bevölkerungsteile zu erreichen. Der weitere ökonomische Aufschwung hängt vor allem von einer echten Integration des ländlichen Indien in das liberalisierte Wirtschaftssystem ab, so der vielfach vorgebrachte Hinweis. Indien hat noch nicht alle Rahmenbedingungen geschaffen, um sein Potential voll auszuschöpfen. Besonders für die Teilnehmer der von Minister Hirche geleiteten Wirtschaftsdelegation waren dies wichtige Erkenntnisse für mögliche Investitionsentscheidungen.

Dr. René Klaff
Regionlbüroleiter Südasien
letzte Änderung: 12.09.2008


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