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Pakistan: Anlass zur Hoffnung nach dem Erdbebendesaster

Auch eine kleine Gruppe enthusiastischer Leute kann gesellschaftspolitische Veränderungen anschieben. So geschehen kürzlich in Karachi, als die kleine FNSt-Partnerorganisation „Shehri-Citizens for a better Environment (Shehri-CBE)“ – Bürger für eine bessere Umwelt - über 140 Spezialisten und interessierte Bürger einlud, um über dringend notwendige Veränderungen im Baurecht, im Zivilschutz und in der Katastrophenbewältigung zu debattieren. Ausgangspunkt war das schwere Erdbeben vom 08. Oktober 2005 in Pakistan, das mehr als 80.000 Todesopfer forderte. Die übereinstimmende Meinung der Experten war, daß die meisten Opfer – rund 90% - auf Grund des katastrophalen Bauzustandes der Gebäude zu beklagen seien. Die Bauvorschriften tragen nicht der Tatsache, daß Pakistan in einem erdbebengefährdetem Gebiet liegt, Rechnung. Es sei dringend nötig, einen modernen Bau-Code zu verabschieden, um in Zukunft bei solchen Naturereignissen besser geschützt zu sein. Dabei ist die Politik gefordert, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies gilt für die jetzt betroffene Kaschmirregion, aber auch für das überbevölkerte Karachi, wo insbesondere durch Korruption im Bausektor gegen jegliche Vorschriften verstoßen wird und die Bewohner rücksichtslos großen Risiken ausgesetzt werden.

Darüber hinaus wurde der mangelnde Zivil- und Katastrophenschutz angeprangert sowie die Unfähigkeit des pakistanischen Militärs im Rahmen der Erdbebenbewältigung zeitnah die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es wurden Zweifel darüber geäußert, ob das Militär die richtige Institution sei, eine solche Katastrophe zu managen. Dennoch wurden durch die Behörden an allen neuralgischen institutionellen Punkten Offiziere eingesetzt. „Wo aber ist ein funktionierender Zivil- und Katastrophenschutz?“ fragte der Vorsitzende von „Shehri-CBE“ Roland de Souza. Diese Frage konnte (noch) nicht beantwortet werden, wurde aber an die parlamentarischen Institutionen und Regierungsbehörden weitergeleitet, um Lösungen einzufordern.

Es wurde bei dieser Veranstaltung deutlich, daß sich viele Pakistaner um ihr Land sorgen und um positive politische und admistrative Lösungen ringen.
Das gibt Anlaß zur Hoffnung, daß das Erdbeben hilft, eine funktionierende, kritisch-objektive und partizipative Zivilgesellschaft in Pakistan zu etablieren. Die FNSt und ihr Partner „Shehri-CBE“ werden diese Entwicklung weiterhin unterstützen.
letzte Änderung: 12.09.2008


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