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„Ökonomie und Freiheit“- Thema in Bad Homburg

Karl-Hermann-Flach-Disput
Karl-Hermann-Flach-Disput
Wie viel Freiheit brauchen Märkte und welche Faktoren führen zu mehr wirtschaftlicher Freiheit? Wie ist es um die Freiheit bestellt in diktatorischen Regimen mit hohem ökonomischen Wohlstand? Eine spannende Diskussion bestimmte den diesjährigen Karl-Hermann-Flach-Disput in Bad Homburg zum Thema „Ökonomie und Freiheit“. Drei Wissenschaftler, die für mehr marktwirtschaftliche Ordnung als Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Dynamik und Wohlstand der Bevölkerung plädierten, sehen das große Experiment Chinas, Marktwirtschaft mit Nichtdemokratie zu verbinden, mit äußerster Skepsis.

Prof. Dr. Norbert Berthold, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Universität Würzburg, zeigte drei Gründe für die seit Jahren schwachen Wachstumsdaten und damit den Rückgang der Position Deutschlands im internationalen Freiheitsindex auf: ein überregulierter Arbeitsmarkt, ein wuchernder Sozialstaat mit wenig Wettbewerb und viel Planwirtschaft sowie ein „kooperativer fiskalischer Föderalismus“. Seine wichtigsten Punkte: Mehr Bündnisse für Arbeit statt starrer Tarifautonomie, Kampf gegen die Armut als Kernaufgabe des Sozialstaates und eine ernsthafte Haushaltskonsolidierung durch Rückzug des Staates, wo immer dies möglich ist. „Mehr wirtschaftliches Wachstum ist nur über mehr wirtschaftliche Freiheit möglich. Wer den Menschen mehr zutraut, legt ihr innovatives Potenzial frei“, sagte Berthold.

Prof. Dr. Hartmut Kliemt, Prof. Dr. Werner Meißner, Dr. Herbert Hirschler, Prof. Dr. Norbert Berthold
Prof. Dr. Hartmut Kliemt, Prof. Dr. Werner Meißner, Dr. Herbert Hirschler, Prof. Dr. Norbert Berthold
Der frühere Präsident der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität Prof. Dr. Werner Meißner, jetzt Präsident der privaten betriebswirtschaftlich orientierten „accadis Hochschule Bad Homburg“, kam nach einem Rückblick der unterschiedlichen Modelle der großen liberalen Denker der letzten 250 Jahre zu der aktuellen Frage nach der heutigen optimalen und damit minimalen Rolle des Staates. Gute Ökonomie sei die Voraussetzung für Freiheit. Er habe an vielen Beispielen gesehen, wie „erbärmlich sich eine Wirtschaft tut, wenn Planwirtschaft herrscht“. In Europa sei es gelungen, ehemalige Rechts- und Linksdiktaturen in die Gemeinschaft aufzunehmen und damit Frieden als wichtigste Voraussetzung für Freiheit zu sichern.

„Nicht weil wir reich, sondern weil wir frei sein wollen, sollten wir für die Zurückdrängung des Staates in allen Bereichen sein“, forderte Prof. Dr. Hartmut Kliemt, Lehrstuhl für Philosophie und Ökonomik an der ebenfalls privaten „Frankfurt School of Finance and Management“. Es gibt nichts umsonst, auch den liberalen Rechtsstatt nicht, ohne dass man bereit ist, etwas dafür zu tun. „Wo legen wir dabei unsere Linien bezüglich Umverteilung und Regulierung?“ Ökonomen sollten vorsichtig sein hinsichtlich der Frage, was Volkswirtschaften wirklich reich macht. Aber wenn sie anfangen, nachhaltig zu deregulieren, geht es ihnen insgesamt besser, sagte Kliemt. Einen breiten Raum des von Staatssekretär a.D. Dr. Herbert Hirschler geleiteten Disputs nahmen aktuelle Fragen zur Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik ein.

Marianne Wagner

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letzte Änderung: 12.09.2008


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