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New Public Management

Gewählt werden die Hälfte der Abgeordneten und ein Drittel der Senatoren.
Verschiedenartig und manchmal angespannt war die Situation der Gruppen, mit denen der ehemalige Oberbürgermeister und Bundestagsabgeordnete und heutige Schatzmeister der Stiftung im Lande zusammenarbeitete.

Die Ideen und Erfahrungen, die Manfred Richter nach Argentinien brachte und in einer Serie von Vorträgen anschaulich machte, waren vor allem dem Publikum in der Provinz neu. Manfred Richters Ausführungen zu den konkreten Erfahrungen von New Public Management – kurzgefasst: „der Bürger als Kunde und der Staat als Dienstleister“, fanden großes Interesse sowohl bei Politikern in der Provinz als auch bei einem Vortrag im Stadtparlament in Buenos Aires.

Konferenz im Stadt-Parlament Buenos Aires
Konferenz im Stadt-Parlament Buenos Aires
Argentinien hat sich – anders als z.B. Mexiko – in den letzten Jahren sehr wenig mit Zukunftsplanung befasst, sondern eher mit Krisenmanagement.
So haben politische Parteien und Universitäten, aber auch die Gemeindeverbände sehr wenig Arbeit geleistet, um Strukturreformen etwa bei der Gemeindeverwaltung zu entwerfen und zu gestalten.
Konzeptionell scheint dabei hier Public Management ein spannendes Modell zu sein, das allerdings eine Umwälzung im politischem Denken und Handeln voraussetzt, die bei den Tendenzen der Machterhaltung der regierenden Peronisten nicht leicht zu erreichen sein wird.

Manfred Richter
Manfred Richter
Die Teilnehmer berichteten übereinstimmend, dass die Ideen und Erfahrungen aus Deutschland zur Verfassung und Management von Gemeinden sie bereicherten. Erstaunlich fanden viele von ihnen, dass in einem Land wie Deutschland mehrere unterschiedliche Gemeindemodelle relativ friedlich nebeneinander existieren.

Für die deutsche Seite war es neu, in jeder Provinz eine eigene Verfassung und – je nach Provinz – unterschiedliche Parlamentssysteme vorzufinden - Ein bzw. Zweikammer-Systeme.
Auch Allianzen von fünf und mehr politischen Parteien, ideologisch von Rechts- bis Linksparteien, die in Deutschland undenkbar wären, existieren hier – z.T. seit über 12 Jahren.

Manfred Richters reicher Erfahrungsschatz und der Vergleich unterschiedlicher politischen Systeme in Deutschland und in Argentinien waren die Substanz der Treffen – sowohl in der Provinz (Catamarca, Santiago del Estero und Tucuman – alle in Nord-Westen Argentiniens) als auch in der Hauptstadt Buenos Aires.
Zielgruppe der Veranstaltungen waren mehrheitlich Mitglieder von Zentrumsparteien, z.T. in Wahlbündnissen, allen voran Recrear, die beginnen, sich als Alternative zum Peronismus im Lande zu begreifen und zu organisieren.

Seit einem halben Jahrhundert hat der Peronismus in Argentinien die Entwicklung politischer Alternativen verhindert. Parteien sind in Argentinien mehrheitlich Wahlvereine. Dies trifft in gewisser Weise auch auf die Regierungspartei (Partido Justicialista) zu, die Peronistische Partei bzw. Bewegung, die von manchen mit der PRI in Mexiko verglichen wird.

Ein Projekt der Opposition mit einer Parteienkoalition der Mitte, in der die programmatisch führende Partei Recrear prägend wirkt, könnte der Anfang sein für einen Wettbewerb der politischen Parteien in Argentinien für bessere Lösungen und mehr Kontrolle von Filz und Korruption.
Neue Ideen und politische Strukturen in Argentinien sind notwendig und überfällig.

Dr. Rüdiger Vincent Graichen
Projektleiter Argentinien
letzte Änderung: 12.09.2008


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