Neues Hintergrundpapier: Wandel in Myanmar (Birma)

Myanmar Überschattet vom arabischen Frühling wandelt sich weiter östlich ohne Revolution ein Land, das seit 1962 bis 2010 unter Militärherrschaft stand: Myanmar. Diktator Than Shwe schuf eine Scheindemokratie und verließ die Politik. Nun regieren Generäle, die ihre Uniform ablegten.
Der neue Präsident Thein Sein überrascht als Reformer. Er verspricht Demokratie, Menschenrechte sowie gutes Regieren. Und er macht erste Schritte: 250 politische Häftlinge kamen frei Exilanten sind zur Heimkehr eingeladen. Plötzlich werden die riesigen Probleme des Landes - Armut, Konflikte, Mangel an Freiheit, zu geschlossenes Wirtschaftssystem - thematisiert: in neuen Parlamenten, freieren Medien und einer lebhafteren Zivilgesellschaft.
Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wird nicht mehr verfolgt, sondern eingebunden. Sie erkennt positive Entwicklungen an, will ihre NLD-Partei wieder registrieren und Kandidaten für bevorstehende Nachwahlen aufstellen. Der Einzug von NLD-Abgeordneten ins Parlament wäre ein weiterer, bedeutender Schritt.
Leider gibt es auch schlechte Nachrichten: In manchen Gebieten ethnischer Minderheiten kam es zu neuen Kämpfen. Präsident Thein Sein muss Frieden schaffen und seinen Reformkurs fortsetzen. Dazu muss er sich gegen Hardliner durchsetzen, die keinen Wandel wollen und gegen ihn putschen könnten. EU und USA müssten Thein Sein den Rücken stärken, haben bislang aber zu wenig unternommen.
Lesen Sie das Hintergrundpapier Wandel in Myanmar (Birma) von Moritz Kleine-Brockhoff, Wolfgang Heinze und Martin Hoeck
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