Neu erschienen: Studie zur Wählerschaft der FDP 2001-2010
Die Wahlchancen einer Partei bestimmen sich nicht nur nach der allgemeinen politischen Lage; konkrete Wahlergebnisse richten sich immer auch an bestimmten Faktoren aus: an Wählermilieus, an Themen, an Imagefragen oder an Personalfragen. Vor diesem Hintergrund lohnt eine Rückschau auf die Wahlergebnisse der FDP von 2001-2010, um die nahe liegenden Fragen zu klären, aus welchen Personengruppen, anhand welcher Themen und mit welchen strategischen Schwerpunkten sich die Wähler bei diesen Wahlen für die Liberalen entschieden haben und welche längerfristigen Signifikanzen sich dabei ergeben.
Die Kernfrage der vorgelegten Ausarbeitung ist: Wer wählte die FDP aus welchen Gründen, und wann fiel die Entscheidung?
Gibt es den typischen FDP-Wähler, beziehungsweise die typische FDP Wählerin? Festgemacht wird dies oftmals eher an Image- Fragen der Partei, als an einem abgesicherten Zahlen- und Datenmaterial. Zielrichtung der hier vorgelegten Untersuchung ist nicht die Erklärung von Wählerverhalten anhand wahlsoziologischer Theorien und Modelle. Sie kann und will nicht erklären, warum Menschen in ihrer Gesamtpersönlichkeit generell die FDP wählen oder warum sie es eben nicht tun oder gar, wie typische FDP-Wähler beschaffen sind. Es geht nicht um theoretische Erklärungsmodelle für Wahlverhalten, sondern um eine konkrete Darstellung tatsächlichen Wahlverhaltens.
Die FDP als Partei der Jugend? Die FDP als Männerpartei?
In dieser Untersuchung des Liberalen Instituts werden die reinen Stimmergebnisse in Bezug auf die gleichen Spezifizierungen nach Bevölkerungsgruppen nach ihren jeweiligen Anteilen an der Gesamtwählerschaft der Partei gesetzt. Hier relativieren sich manche vorschnell gefassten und geäußerten Urteile:
Die FDP als Partei der Jugend? Die FDP als Männerpartei? Die FDP als Partei der Selbständigen? Die FDP als Partei der Gebildeten? Mit diesen Fragen und Eingruppierungen beschäftigt sich die Studie umfassend und zeigt, dass in einer immer stärker von sich auflösenden Milieus gekennzeichneten Gesellschaft die Zugehörigkeit zu bestimmten Bevölkerungsgruppen nicht das Merkmal ist, was die Wählergruppen der Parteien unterscheidbar macht.
FDP-Wähler wählen Inhalte
Die FDP als Partei der Spätentschlossenen, als Partei ohne Stammwähler? Die Studie zeigt, dass bei den FDP-Wählern hier etwas in Bewegung geraten ist und die FDP zwischen 2001 und 2010 für eine steigende Zahl von Wählern frühzeitig die richtige Partei für ihre Wahlstimme war.
Die FDP als Funktionspartei? Die Studie belegt, dass gerade die FDP-Wähler ihre Wahlentscheidung in sehr großer Zahl an Inhalten festmachen, dass sie sich anhand der Programmatik der Liberalen orientieren und eindeutige thematische Festlegungen bevorzugen.
Auch bei der feinestmöglichen Betrachtung bleibt das Ergebnis: Den klassischen FDP-Wähler gibt es nicht; zumindest lässt er sich anhand der üblichen Schemata nicht ausreichend präzise darstellen. Es ist allerdings unverkennbar, dass steigende Wahlergebnisse mit wachsender thematischer Klarheit verbunden werden können; klar wird auch, dass die FDP nicht in dem Umfang wie andere Parteien auf eine Anhängerschaft mit der Haltung "My party – right or wrong " bauen kann. Eine Auswertung der Wahlen ab 2011 wird diesbezüglich sicherlich neue Erkenntnisse liefern.
Die Studie Die Wählerschaft der FDP 2001 – 2010 - Wer wählte die Liberalen warum und wann im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts? können Sie hier herunterladen (PDF) oder hier in der gedruckten Version bestellen.
Eine Zusammenfassung auf wenigen Seiten finden Sie hier (PDF).




