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NRW und USA: Konferenz mit Generalkonsulin in Düsseldorf

Wappen von NRW und den USA
Wappen von NRW und den USA
Hoher Besuch im ehemaligen Dienstsitz von Johannes Rau – der Villa Horion in Düsseldorf: US-Generalkonsulin Janice G. Weiner folgte der Einladung, das Verhältnis zwischen Nordrhein-Westfalen und den USA zu diskutieren ebenso wie die Vizepräsidentin des Landtags, Angela Freimuth MdL. Behandelt wurden bei dieser Veranstaltung des Regionalbüros Gummersbach die Wirtschaftsbeziehungen, der Kulturaustausch und die Wertebindungen im transatlantischen Verhältnis.

Andrew Denison, Axel Hofmann, Angela Freimuth, Alexander Schröder-Frerkes, Janice G. Weiner, Roger Horné, Friedrich-Wilhelm Wagner
Andrew Denison, Axel Hofmann, Angela Freimuth, Alexander Schröder-Frerkes, Janice G. Weiner, Roger Horné, Friedrich-Wilhelm Wagner
1683 zog die erste größere deutsche Siedlergruppe aus dem Rheinland nach Nordamerika - von Krefeld nach Philadelphia. Heute besteht eine Länderpartnerschaft zwischen NRW und dem Bundesstaat Pennsylvania. Die Beziehungen zu den USA insgesamt sind seit den Zeiten der Bonner Republik besonders intensiv. US-Unternehmen beschäftigen heute mehr als 100.000 Menschen im größten deutschen Bundesland, und im Gegenzug sind die USA außerhalb Europas der größte Exportmarkt für die Unternehmen zwischen Rhein und Weser.

Weiner
Weiner
Auch der Kulturaustausch – etwa über die ASSIST-Jugend-Programme oder die zahlreichen deutsch-amerikanischen Klubs – spielt eine große Rolle in der transatlantischen Partnerschaft. Schließlich kam im Oktober letzten Jahres sogar ein Kooperationsvertrag zwischen der Internationalen Filmschule NRW in Köln und der UCLA School of Theater, Film and Television in Los Angeles zustande. Hollywood am Rhein.

Gemeinsames Problem: Strukturwandel

Nach der Begrüßung durch Axel Hoffmann, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und durch die US-Generalkonsulin Janice G. Weiner widmete sich Angela Freimuth den Perspektiven der Länderpartnerschaft Nordrhein-Westfalen/Pennsylvania. Beide Länder hätten mit den Strukturwandel von Kohle- und Stahlindustrie zu kämpfen, seien seit 2006 durch ein Partnerschaftsabkommen verbunden und suchten Kooperations-Möglichkeiten in gemeinsamen Wissenschafts-Projekten.

Andrew Denison
Andrew Denison
Ministerialrat Friedrich-Wilhelm Wagner, Leiter der Projektgruppe Außenwirtschaft im Wirtschaftsministerium NRW, gab am Beispiel der Energiepolitik einen Überblick über die Wirtschaftsbeziehungen NRW/USA. Er konstatierte angesichts völlig veralteter Kohle- und Kernkraftwerke eine Aufbruchstimmung in den USA in Sachen Energiepolitik, besonders gefördert durch die Obama-Administration.

Neben der Modernisierung der Kraftwerke stünden neue Energieträger auf der Agenda: Windkraftanlagen, Elektromobilität und Brennstoffzellen. In allen Fällen könne das Knowhow von NRW-Unternehmen von erheblichem Wert und Nutzen sein. Alexander Schröder-Frerkes, Chairman der American Chamber of Commerce NRW wies auf die Notwendigkeit permanenter persönlicher Beziehungen hin – in Zeiten guter wie weniger guter deutsch-amerikanischer Regierungsbeziehungen.

Gerade die Regierungszeit von George W. Bush habe Irritationen hinterlassen, die aber angesichts der gemeinsamen ideellen Bindungen und Werte wie Marktwirtschaft, Rechtsstaat und parlamentarischer Demokratie nur von kurzer Dauer waren.

People to People Diplomacy von unschätzbarem Wert

Roger Horné, Janice G. Weiner
Roger Horné, Janice G. Weiner
Die anschließende Gesprächsrunde unter der versierten Moderation des NRW TV-Moderators und langjährigen USA-Korrespondenten Roger Horné vertiefte die Thematik. Einerseits konnte klargestellt werden, dass das Land NRW vielfach Beratung und Betreuung für die eigenen Unternehmen in Fragen der Messepräsenz oder des Patentschutzes in den USA leistet. Andererseits wurde deutlich, dass gerade jene amerikanischen Unternehmen, die über ein Auslandsstandbein – auch in NRW – verfügen, besser durch die Finanzmarktkrise gekommen sind als andere. Die „people to people diplomacy“, wie es Janice G. Weiner nannte und als junges Mädchen selbst in Belgien prägend erfuhr, sei nach wie vor von unschätzbarem Wert. Andererseits müsse man ehrlicherweise feststellen, dass für amerikanische Unternehmen ein Auslandsjahr ihrer Mitarbeiter in Deutschland nicht gerade hoch im Kurs steht.

Das Schlusswort („Von Wyoming nach Königswinter“) gehörte Andrew Denison von Transatlantic Networks: Er repräsentierte in erfreulicher Frische den American Spirit und versprach – Unkenrufen zum Trotz - , dass auch das 21. Jahrhundert ein „amerikanisches Jahrhundert“ sein werde. Möge dieser Wunsch in Erfüllung gehen – im Sinne der Stärkung von Freiheitspotentialen weltweit!

Klaus Füßmann
Regionalbüro Gummersbach
letzte Änderung: 22.04.2010


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