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Myanmars berühmtester Satiriker zu Gast bei der Stiftung

Zarganar vor der Skyline von Bangkok...
Zarganar vor der Skyline von Bangkok...
Schauspieler, Filmemacher, Komödiant und Regierungskritiker Zarganar besuchte das Stiftungsbüro in Bangkok zusammen mit seinem Schauspieler-Kollegen Aung Than Oo und mit Maung Maung Tha Myint, einem Mitarbeiter von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Zarganar hatte nach 15 Versuchen erstmals einen Reisepass erhalten und reiste jetzt erstmals in seinem Leben ins Ausland. Die Stiftung hatte ihn nach Thailand und nach Kambodscha eingeladen. Die Reise war Teil eines gemeinsamen Projektes, bei dem Dokumentarfilme über Meinungsfreiheit in Myanmar entstehen sollen.

 

Zarganar, dessen Kampf für Meinungsfreiheit in einem Film mit dem deutschen Komiker Michael Mittermeier gezeigt wird, kritisiert seit 20 Jahren Myanmars Regierungen. Deshalb wurde er vier Mal verhaftet und musste insgesamt elf Jahre in Gefängnissen verbringen, fünf davon in Einzelhaft. Zuletzt war er im Juni 2008 verhaftet worden wegen seiner Kritik an dem unzureichenden staatlichen Krisenmanagement nach dem Zyklon Nargis. Im November 2008 wurde Zarganar zu 59 Jahren Haft verurteilt. Er saß in einem Gefängnis in Myitkyna im Norden Myanmar. Im Oktober begnadigte Myanmars neuer Präsident Thein Sein sowohl Zarganar als auch weitere Tausende Gefangene, darunter 200 politische Häftlinge. Auch Markus Löning, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, hatte sich bei einem Besuch in Myanmar für die Freilassungen eingesetzt.

 

"…geschlagen und Elektroschocks verabreicht."

 

Zarganar berichtete in unserem Büro in Bangkok über Folter im Gefängnis Anfang der 90er Jahre. Man habe ihn geschlagen und Elektroschocks verabreicht. Zuletzt seien die Haftbedingungen wesentlich besser gewesen, Zarganar hatte Ausgang, konnte im Gefängnis lesen, CNN und BBC schauen. Er übersetzte Peter Schröders Buch Politische Strategien, das die Stiftung ins Land geschmuggelt hatte, ins Burmesische. Auch konnte Zarganar im Gefängnis den Film über sich mit dem deutschen Komiker Michael Mittermeier sehen.

 

...und gemeinsam mit Stiftungs-Projektleiter Moritz Kleine-Brockhoff.
...und gemeinsam mit Stiftungs-Projektleiter Moritz Kleine-Brockhoff.
Der britische Dokumentarfilm This Prison Where I Live, der 2010 in deutschen Kinos ausgestrahlt wurde, vergleicht beide Komiker. Er thematisiert Zarganars Situation und die jahrzehntelange Unterdrückung der Bevölkerung Myanmars. Erst seit ein paar Monaten erlaubt die Regierung mehr Meinungs- und Pressefreiheit. „Nachdem wir unter dem Militärregime etliche Jahre der Dunkelheit erlebt haben, hat nun endlich die Dämmerung begonnen. Die Menschen wollen keine Dunkelheit mehr, sie wollen den Tag“, sagte Zarganar in Bangkok. Er kämpft weiter für die Entlassung von etwa 600 politischen Häftlingen, die nach wie vor in Haft sind.

 

Am 4. Januar ging er in Yangon erstmals seit vielen Jahren wieder auf die Bühne, zuvor hatte er angekündigt: "Natürlich werde ich die Regierung kritisieren. Aber ich bereite auch Witze über die NLD und Aung San Suu Kyi vor". Zarganar ist ein guter Freund Aung San Suu Kyis und lehnte ein Angebot der NLD ab, Parteimitglied zu werden und bei der nächsten Wahl anzutreten. "Ich bleibe unabhängig".

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letzte Änderung: 05.01.2012


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