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Muslimische Jugendliche in Deutschland und Südostasien

Titelblatt der Studie
Titelblatt der Studie
Was denkt die Generation muslimischer Jugendlicher in Südostasien? Gibt es Gemeinsamkeiten, Unterschiede zu den muslimischen Jugendlichen in Deutschland? Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und das Goethe-Institut haben dazu eine Meinungsumfrage zu den Wertevorstellungen von Jugendlichen in Malaysia und Indonesien durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in Deutschland in den Räumen des Berliner Tagesspiegels vorgestellt. Die Untersuchungen wurden auf der Grundlage der deutschen Shell-Jugendstudie konzipiert und vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse diskutiert. Sowohl in Indonesien als auch Malaysia wurden jeweils 2.500 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren zu ihren Wertehaltungen befragt.

 

Augustin
Augustin
Die Ergebnisse der Studien zeichnen ein differenziertes und repräsentatives Bild der Gemütslage junger Muslime in beiden Ländern. In seinem Grußwort betonte Franz-Xaver Augustin, Regionalleiter Südostasien des Goethe Instituts weiter, dass diese Meinungsumfragen ein erster Streich seien, dem weitere zu Folgen hätten. Nur dann ließen sich langfristige gesellschaftliche Trends erkennen. Heinrich Kreft, Sonderbeauftragter für den Dialog zwischen den Kulturen des Auswärtigen Amtes, verdeutlichte die Wichtigkeit von Indonesien und Malaysia, leben in Südostasien doch mehr als die Hälfte aller Muslime weltweit.

 

Jugendliche balancieren zwischen islamischen Traditionen und Pop-Kultur

 

Moritz Kleine-Brockhoff (Stiftung für die Freiheit), Suffian
Moritz Kleine-Brockhoff (Stiftung für die Freiheit), Suffian
Ibrahim Suffian, der Direktor des Merdeka Center for Opinion Research, stellte die Ergebnisse der Studie in Malaysia vor. Der Globalisierung werden von den Jugendlichen in beiden Ländern positive Attribute zugeschrieben: Weit oben rangieren Demokratie, wirtschaftlicher Fortschritt und die Freiheit zu reisen. Die Jugendlichen balancieren heute zwischen islamischen Traditionen und der modernen Pop-Kultur.

 

Podium mit Kleine-Brockhoff, Suffian, Ozgül, Ozdil, Musdah Mulia, Hurrelmann
Podium mit Kleine-Brockhoff, Suffian, Ozgül, Ozdil, Musdah Mulia, Hurrelmann
Insgesamt sind die Befragten offen, optimistisch, lebenslustig, neugierig und ehrgeizig. Rund 75 Prozent der Malaysier und 97 Prozent der Indonesier möchten eine erfolgreiche Karriere. Eine vergleichbare Wichtigkeit besitzt in beiden Ländern der Wunsch nach Bildung: 78 Prozent der Befragten in Malaysia und 95 Prozent in Indonesien bewerten Hochschulbildung als wichtig. Doch traditionell hochwertige Berufe wie Beamter oder Offizier führen die Berufswunschskala heute nicht mehr an, stattdessen steht eine Tätigkeit als Unternehmer ganz vorne. 66 Prozent der indonesischen und 71 Prozent der malaysischen Jugendlichen glauben, dass eine gute Demokratie eine Opposition braucht. 82 Prozent der Befragten sprechen sich explizit für Meinungsfreiheit aus.

 

Hurrelmannn, Musdah Mulia
Hurrelmannn, Musdah Mulia
Junge Muslime in Indonesien und Malaysia unterscheiden sich in ihrer Freizeitgestaltung kaum von jungen Leuten in großen Teilen der Welt. Sie treffen sich mit Freunden in Cafes, hören gerne Musik und interessieren sich für moderne Technologie, führte Professor Siti Musdah Mulia, Dozentin der Hidayatullah State Islamic University in Jakarta aus.

 

Seismograph für sich entwickelnde Präferenzen

 

Özdil
Özdil
In seinem Input zu muslimischen Jugendlichen in Deutschland betonte Klaus Hurrelmann, Professor an der Berliner Hertie School of Governance und Autor der Deutschen Shell Jugendstudie, dass künftig auch die Betrachtung des sozioökonomischen Status von Individuen in der Integrationsdebatte thematisiert werden sollte. Meinungsumfragen unter Jugendlichen, wie die seit 1953 regelmäßig durchgeführte Shell-Studie, dokumentierten nicht nur Trends, sondern seien Seismographen für sich entwickelnde Präferenzen. Politiker würden gut daran tun, einen genauen Blick auf Studien dieser Art zu wagen und künftige gesellschaftliche Strömungen frühzeitig aufzugreifen.

 

Im Rahmen der Podiumsdiskussion zur Identität und den Wertehaltungen muslimischer Jugendlicher in Deutschland, Indonesien und Malaysia stellte Özgür Ozdil, Direktor des Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstitut in Hamburg, die unterschiedlichen Lebensweisen von Muslimen in Deutschland vor. In Deutschland stünden der Muslime in einer säkularen Gesellschaft in einem Spannungsfeld von Assimilation, Integration und Segregation.

 

Download: Werte, Träume, Ideale - Muslimische Jugendliche in Südostasien (PDF)

 

Zur Stiftung in Südostasien

 

Die Studien waren zeitgleich in Indonesien und Malaysia durchgeführt und in Deutschland von der Frankfurter Allgemeinen und dem Tagesspiegel aufgegriffen worden. Ein großes Presseecho erntete die Präsentation auch in Jakarta:


RI's Muslim youth not interested in politics: Survey

Poll:Young Muslims Not Interested in Politics
Conservative youth support democracy
Survey Says Young Indonesians Have Mixed Beliefs on Muslim Practices





letzte Änderung: 05.01.2012


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