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McCloskey: Unser Wohlstand grenzt an ein Wunder

McCloskey
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Für Deirdre McCloskey, amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin und Autorin des Buches „Bourgeois Dignity“ grenzt unser heutiger Wohlstand an ein Wunder. Jahrtausende war das Leben der meisten Menschen wie Hobbes es beschrieb „armseelig, schrecklich, brutal und kurz.“ Doch dann änderte die industrielle Revolution alles und innerhalb von nicht ganz zwei Jahrhunderten vervielfachte sich der Wohlstand der Weltbevölkerung.

Technischer Fortschritt, Arbeitsteilung und Globalisierung waren wichtige Zutaten eines Erfolgsrezepts über dessen Geheimnis sich bis heute die Geister streiten. Was war der Auslöser für die industrielle Revolution? Warum nahm sie ihren Anfang in Europa und nicht in anderen Teilen der Erde? War es die gnadenlose Ausbeutung von Lohnarbeitern, Sklaverei und Kolonialismus, wie linke Geschichtsschreiber uns gern glauben machen wollen? War es religiöses Maßhalten, Recht und Ordnung oder einfach nur der technische Fortschritt, der die Produktivkräfte entfaltete und durch sinkende Transportkosten den Welthandel revolutionierte?

Für Deirdre McCloskey sind all diese Antworten nicht zufriedenstellend, was sie in ihrem Vortrag auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit mit Verve und Leidenschaft zum Ausdruck brachte. Recht, Ordnung und geschützte Eigentumsrechte sind zwar notwendige Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung, doch historisch gesehen kein Novum der Zeit der industriellen Revolution.

Sichere Eigentumsrechte existierten in England lange vor der bürgerlichen Revolution des Jahres 1688, auch haben protestantische Ethik und Sparsamkeit durchaus längere Tradition. Aber auch Wissenschaft, Forschung und neue Techniken hatten ihre Blütezeiten und Niedergänge ohne jemals Revolutionen auszulösen. Ausbeutung, Sklaverei und Kolonialismus sind ebenso so alt wie die Menschheit selbst und ihr Ende wurde, wenn nicht besiegelt, so doch durch die industrielle Revolution weltweit eingeläutet.

Deirdre McCloskey ist davon überzeugt, dass die Würde des Bürgertums als kreatives Rückgrat des wirtschaftlichen und technischen Fortschritts für Ort und Timing des europäischen Aufbruchs in die Industrialisierung verantwortlich ist. Erstmalig in der Geschichte wurde das wirtschaftlich aktive Bürgertum als eine würdige und angesehene Gruppe der Gesellschaft akzeptiert. Zunächst in Holland und später auch in England wandelte sich die gesellschaftliche Perzeption von Kommerz, Gewinnstreben und Innovation von Feindseeligkeit hin zur Bewunderung. Gewalt, Machtkonzentration und Müßiggang verloren im Gegenzug an gesellschaftlichem Rückhalt.

Für die Ökonomin McCloskey gibt erst dieser gesellschaftliche Sinneswandel im Schutz eines sich festigenden Rechtsstaats den Bürgern den notwendigen Rückhalt für Investitionen in die Tugenden des Kapitalismus. Die Zukunft muss zeigen, ob sich die gesellschaftliche Akzeptanz der bürgerlichen Werte des Fortschritts und des freien Marktes gegen die Angriffe einer sozialromantisch verklärten Gegenrevolution behaupten können. Das Fazit der angeregten und kontroversen Debatte war daher auch die Überzeugung, dass die Marktwirtschaft als Motor unseres Wohlstands keiner grundlegenden Reparatur bedarf, sondern vor allem von seinen schärfsten Kritikern richtig verstanden werden muss. Nur so lässt sich wieder mehr Boden für das Streben nach Freiheit und Wohlstand gewinnen. Für die liberale politische Bildungsarbeit ist das eine willkommene Herausforderung.


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Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)
Website McCloskey

Video der Veranstaltung:

letzte Änderung: 24.01.2012


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