Mainz: „Wege aus der Wirtschaftskrise“
Friedrich-Naumann-Stiftung und Liberaler Mittelstand diskutierten

Kurfürstliches Schloss zu Mainz* „Die Politik hat in der jüngsten Vergangenheit sehr stark in die Marktwirtschaft eingegriffen, um der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise Herr zu werden“, konstatierte Moderatorin Sabrina Fritz zu Beginn der Diskussionsveranstaltung „Wege aus der Wirtschaftskrise“, zu der die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit dem Liberalen Mittelstand Rheinland-Pfalz ins Kurfürstliche Schloss Mainz eingeladen hatte.
Doch wie soll es nun weitergehen? Wie müssen Politik und Wirtschaft agieren, um einerseits eine anhaltende Belebung der Konjunktur zu erzielen und andererseits Fehlentwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten zukünftig zu vermeiden? Diese Fragen stellte die Leiterin der Redaktion Wirtschaft und Soziales des Südwestrundfunks dem stv. Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle, dem Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Präsidiums der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände BDA, Reinhard Göhner, dem Leiter des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Karl-Heinz Paqué und dem Chefkolumnisten der Zeitschrift Capital, Christian Schütte.

Gerhardt In der Begrüßungsansprache erklärte der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt, dass die Kenntnisse um wirtschaftliche Zusammenhänge in der Bevölkerung Deutschlands oftmals erschreckend gering seien. Nicht zuletzt durch die vertiefte Zusammenarbeit mit Think Tanks und der Durchführung von Veranstaltungen wie dieser versuche die Stiftung dem entgegen zu wirken.
Gerade für die mittelständischen Unternehmer habe sich die Situation einerseits durch die Krise, andererseits aber auch durch die überproportional wachsende Bürokratie gefährlich verschärft, so Hans-Artur Bauckhage, der als Vorsitzender des Liberalen Mittelstandes ein Grußwort sprach, ehe sich die Podiumsteilnehmer der ersten, die Nachrichten des Tages bestimmenden Frage, zuwandten: Darf man ein Unternehmen wie Opel „pleite gehen“ lassen? „Es wäre sicher vieles anders, wenn nicht die Bundestagswahl vor der Tür stünde“, so Rainer Brüderle, der den Opel-Verkauf als „Mogelpackung“ kritisierte. Hier dränge sich stark der Verdacht auf Wahlkampf auf.
BDA-Hauptgeschäftführer Göhner erklärte, dass die Insolvenz nicht die Alternative gewesen sei, andere politische Alternativen aber seien von vorneherein ausgeschlossen worden. Er wundere ihn, wer in Sachen Opel entschiedene Urteile fälle, ohne wirklich alle Details zu kennen. Er stehe der Sachlage mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber, da die entscheidenden Entwicklungen wohl erst noch zu erwarten seien.





