Regionale Handelsabkommen: Lokale Lösungen für globalen Freihandel?
8. jährliche Konferenz des Economic Freedom Network Asia

Der neue Economic Freedom Bericht wird vorgestellt – vlnr: Prof. M. Ariff, MIER, Tan Sri Dato’ Mohd Kasim, MIER, Mark Mullins, Fraser Institute, Dr Wolf-Dieter Zumpfort, FNSt Hubertus von Welck, FNSt Seit Jahren ist vor allem in Ost- und Südostasien ein steigendes Interesse an regionalen Handelsabkommen („Preferential Trade Agreements“) zu beobachten. Viele asiatische Staaten stehen in Verhandlungen oder haben bereits Abkommen verabschiedet. Fördern solche Abkommen jedoch auch die Verbreitung des Freihandels, oder stellen sie eher ein Hindernis dar? Dies war eine der zentralen Fragen, mit denen sich die diesjährige EFN Asia Konferenz beschäftigte, welche am 12. und 13. September in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur stattfand.
Am ersten Tag der Konferenz diskutierten die Teilnehmer die Vor- und Nachteile von bilateralen Handelsabkommen. Ähnlich wie Globalisierungsgegner kritiseren auch Freihandelsbefürworter solche bilateralen Abkommen, allerdings aus einem völlig anderen Grund: Anstatt den globalen Freihandel zu fördern, führen regionale Handelsabkommen häufig zu weiteren Beschränkungen des Handels, etwa in Form vom neuen Regulierungen, nicht-tarifären Handelshemmnissen oder durch die Einführung von Zöllen auf Produkten von Drittstaaten.
Multilaterale Abkommen sind zwar die bessere Lösung, allerdings musste festgestellt werden, dass sich diese leider nur selten realisieren lassen. So verliefen auch die Verhandlungen der letzten Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) erfolglos.
Dr. Wolf-Dieter Zumpfort, stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Naumann Stiftung, resümiert, dass „dies nicht bedeutet, dass wir unseren Traum von multilateralen Abkommen aus den Augen verlieren“. Allerdings seien regionale oder bilaterale Handelsabkommen immer noch „Alternativen, die erstrebenswert sind“.

Referenten zum Thema „Indikatoren für wirtschaftliche Freiheit“ Am zweiten Tag der Konferenz stand die Betrachtung von Handelsabkommen für bestimmte Regionen im Mittelpunkt, etwa Südasien mit seinem „South Asia Free Trade Agreement“ (SAFTA) oder das „Asia Free Trade Agreement“ (AFTA) Ostasiens. Die Teilnehmer stellten fest, dass sich diese Abkommen teilweise dezidiert unterscheiden: In Südasien führte SAFTA nicht zu einer deutlichen Steigerung des Handelsvolumens, während das Handelsabkommen Ostasiens zu einer verstärkten ökonomischen Integration führte.
Ebenfalls wurden verschiedene Indices besprochen, die die wirtschaftliche Freiheit von Staaten messen. Die quantitativ umfachreichste Studie ist der „Economic Freedom of the World Index“ vom kanadischen Fraser Institut, deren aktueller Jahresreport auf der Konferenz vorgestellt wurde.
Wirtschaftliche Freiheit zeichnet sich durch ein hohes Maß an individueller Entscheidungsfreiheit, begrenzter Staatstätigkeit, funktionierenden Wettbewerb, Rechtsstaatlichkeit und durch die Wahrung von Eigentumsrechten aus.

Konferenzteilnehmer – aktiv dabei Nach dem „Economic Freedom of the World Index“ besteht nicht nur ein deutlich positiver Zusammenhang zwischen Wirtschaftsfreiheit und Wohlstand, sondern ist wirtschaftliche Freiheit auch ein besseres Mittel für Dritte-Welt-Länder ihre Armut zu überwinden als der Empfang von Entwicklungshilfe. Die Konferenzteilnehmer werteten es als positives Signal, dass immer mehr Regierungen auf der Welt realisieren, dass Protektionismus oder andere staatliche Interventionen keine erfolgsversprechenden Lösungsansätze sind, sondern die ökonomischen Probleme sogar noch verschärfen.
Der Konferenzbericht in Englisch finden Sie hier oder weitere Einzelheiten auf der Webseite EFN Asia.





