Liberaler Geist in Belutschistan
Das Liberal Forum Pakistan (LFP) nimmt seine Rolle als Mediator wahr
Der Titel sollte zur Maxime einer Veranstaltung avancieren, die getrost als liberaler Neubeginn in Belutschistan – der mit Abstand größten, wenn auch sehr dünn besiedelten Provinz Pakistans – aufgefasst werden kann. In der Provinzhauptstadt Quetta, unweit der afghanischen Grenze gelegen, fanden sich liberal gesinnte Bürger und Persönlichkeiten zusammen, um zum Thema “Dialogue on Balochistan, the way forward“ zu diskutieren und Möglichkeiten der Krisenbewältigung auszuloten.Als Auslöser für die jüngsten Spannungen in der Provinz ist die Tötung von Nawab Akbar Khan Bugti, einem der führenden Persönlichkeiten und Vertreter der größten ethnischen Gruppierung der Region, den Beluchen, im August zu sehen. In dessen Folge geriet die vom Regime in Islamabad gestützte Regierungskoalition der Provinz innenpolitisch stark unter Druck und sieht sich massiven Protesten der Beluchen ausgesetzt, die nach Möglichkeiten der politischen Akzeptanz, Beteiligung und faktischen Mitbestimmung in den Provinzangelegenheiten trachten, die ihnen Jahrzehnte lang von der Zentralregierung vorenthalten wurden.
An dieser vom Liberal Forum Pakistan, der wichtigsten Partnerorganisation der Friedrich-Naumann-Stiftung, in Zusammenarbeit mit dem in Quetta ansässigen Balochistan Development Forum organisierten Diskussionsrunde, nahmen Vertreter verschiedener politischer Lager teil. So beteiligten sich neben einem Vertreter von der in der Regierungskoalition vertretenen MMA (Muttahida Majlis-i-Amal – Vereinigte Aktionsfront, bestehend aus einem Bündnis fünf islamistischer Parteien) auch ein Vertreter der oppositionellen Jamhoori Watan Party. Das Liberal Forum Pakistan wurde durch den Vorsitzenden Asif Khan vertreten, während für das Balochistan Development Forum Herr Anwar ul Haq Rede und Antwort stand. Durch die Veranstaltung führte die Projektkoordinatorin der Friedrich-Naumann-Stiftung, Gulmina Bilal. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion und alle politischen Akteure verteidigten ihre Positionen mit großer Vehemenz. Der Generalsekretär der Jamhoori Watan Party, Amanullah Kanrani, forderte mehr Mitspracherechte bzw. Kontrolle der Provinzen über ihre eigenen Ressourcen und betonte, dass Nawab Bugti sich lediglich für die legitimen Rechte der Provinz eingesetzt hatte und niemals über ein unabhängiges Belutschistan, sprich Sezession nachgedacht hatte, was ihm von der Zentralregierung oft unterstellt wurde.





