24.08. - Liberale Stichtage: 70. Todestag von Hermann Fischer

Hermann Fischer Der Name Hermann Fischer wird auch traditionsbewussten Liberalen heute kaum noch etwas sagen, aber dieser gehörte zweifelsohne in der Weimarer Republik zu den einflussreichsten Politikern der DDP, für die er von 1920 bis 1932 im Reichstag saß.
Dabei beruhte sein Einfluss vor allem auf seiner innerparteilichen Stellung: Der in Magdeburg geborene Rechtsanwalt und Bankier, der bis 1919 in verschiedenen Vorständen, danach in den Aufsichtsräten großer Banken saß, hatte sich ab 1900 vor allem im Reichsverband der Jungliberalen, der Jugendorganisation der Nationalliberalen Partei, engagiert und diesen mehrere Jahre lang geführt.
Ende 1918 wechselte Fischer wie viele seiner Gesinnungsfreude zur Deutschen Demokratischen Partei (vgl. Liberaler Stichtag 16./18.11.2008), in der er wegen seiner guten Kontakte zu Banken und Industrie schnell für die Finanzen zuständig wurde und de facto lange Jahre das Amt des Schatzmeisters ausübte.
Ab 1921 gehörte Fischer als Exponent des wirtschaftsfreundlichen Flügels und Antipode des „Gewerkschaftlers“ Anton Erkelenz (vgl. Liberaler Stichtag 10.10.2008) zum engsten Führungszirkel der DDP. Darüber hinaus war er auch im Kampf gegen den Antisemitismus aktiv, was ihm, der in seiner Berliner Kanzlei mit jüdischen Rechtsanwälten zusammenarbeitete, 1933 neben dem Verlust seiner öffentlichen Ämter auch eine kurzzeitige Inhaftierung, später auch berufliche Beeinträchtigungen einbrachte.
Hermann Fischer bei bankgeschichte.de
Bericht von einer Tagung der preußischen DDP
Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier.





