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Brasilien: Liberale Internationale gewinnt neues Mitglied

Veranstaltung in Kooperation mit dem Jugendverband der
Veranstaltung in Kooperation mit dem Jugendverband der "Democrats" in Mato Grosso do Sul zum Thema: Multiplikatorentraining für Liberale
In den neunziger Jahren hat die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit eng mit den brasilianischen Liberalen in der damaligen Partei der Liberalen Front (PLF), seit März 2007 umbenannt in "Democratas" (DEM), zusammengearbeitet. Trotzdem hat sich die PFL im Jahre 1999 der Internationalen Demokratischen Union, der weltweiten Vereinigung der christdemokratischen und konservativen Parteien angeschlossen. Nicht alle brasilianischen Liberalen waren mit dieser Entscheidung der Parteiführung einverstanden. Der Jugendverband blieb beispielsweise immer Mitglied der weltweiten Föderation liberaler Jugendgruppen (IFLRY). Und der Landesverband Rio Grande do Sul, Brasiliens südlichster Bundesstaat, gründete - nach einigen Diskussionen in Übereinstimmung mit der nationalen Parteieführung - eine Brasilianischen Gruppe, die der Liberalen Internationale beigetreten ist. Damit waren die Voraussetzungen zur Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung gegeben. Zugleich wurde die Möglichkeit offen gelassen, die Gruppe um weitere Landesverbände und Persönlichkeiten aus der Partei der Liberalen Front zu erweitern.

In den letzten Jahren wurden in Rio Grande do Sul mit Unterstützung der Stiftung eine Vielzahl von Seminaren zum Liberalismus, zur Kommunalpolitik und zur Vermittlung politischer Fertigkeiten durchgeführt. Federführend war auf brasilianischer Seite dabei der Landesvorsitzende Onyx Lorenzoni, der seit Februar 2007 auch Fraktionsvorsitzender der "Democratas" im brasilianischen Bundesparlament ist. Die Erfolge der Zusammenarbeit mit der Stiftung haben nun auch anderswo Interesse in der Partei hervorgerufen. Denn immerhin konnten die "Democratas" im Gegensatz zum landesweiten Abwärtstrend bei den Parlamentswahlen im Oktober 2006 in Rio Grande do Sul ein zweites Abgeordentenmandat für das Bundesparlament gewinnen, sowie ein drittes Mandat für das Landesparlament. Außerdem stellen sie seitdem den Vize-Gouverneur in diesem Bundesstaat. Die Tätigkeit der Stiftung hat dazu nach Ansicht der brasilianischen Liberalen einen Beitrag geleistet.

Rainer Erkens mit dem Vize-Gouverneur des Bundesstaates Mato Grosso do Sul, Murilo Zauith, von den Democratas
Rainer Erkens mit dem Vize-Gouverneur des Bundesstaates Mato Grosso do Sul, Murilo Zauith, von den Democratas
Vom Landesverband Mato Grosso do Sul wurde seit Anfang des Jahres 2007 Interesse in der Kooperation mit der Stiftung bekundet. Ein wichtiger Förderer der Zusammenarbeit war dabei Henrique Sartori, der Vorsitzende des Jugendverbandes der Partei in Mato Grosso do Sul. Er hatte im Vorfeld an mehreren von der Stiftung geförderten Veranstaltungen in Rio Grande do Sul und in Deutschland teilgenommen und bei diesen Gelegenheiten Qualität und Nutzen dieser Arbeit kennengelernt. Bei einem Besuch von Rainer Erkens in Campo Grande ergab sich im März 2007 die Gelegenheit, Möglichkeiten der Einbindung des Landesverbandes in die Stiftungsarbeit mit dem Landesvorsitzenden der "Democratas", Vize-Gouverneur Murilo Zauith, zu diskutieren. Im Mai 2007 stimmte der Landesverband dann dem Beitritt zur Brasilianischen Gruppe der Liberalen Internationale zu.

Im August 2007 fand nun die erste Veranstaltung in Campo Grande statt. Sie diente der Ausbildung von 25 jungen Multiplikatoren. Ihnen wurden Grundlagen des Liberalismus und einer liberalen Kommunalpolitik vermittelt. Ihre Aufgabe wird es sein, ihr Wissen in den verschiedenen Distrikten des Bundesstaates weiterzugeben. Dazu sind bis zum Oktober 2007 drei weitere Seminare geplant.

Vize-Gouverneur Zauith und der Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Brasilien, Rainer Erkens, ließen es sich nicht nehmen, am ersten von der Stiftung unterstützten Seminar teilzunehmen. Beide bekundeten die Absicht zu einer weiteren fruchtbaren Zusammenarbeit und bekannten sich zum Liberalismus.

Der Bundesstaat Mato Grosso do Sul in Brasilien (rot markiert)
Der Bundesstaat Mato Grosso do Sul in Brasilien (rot markiert)
Der Bundesstaat Mato Grosso do Sul, der an Paraguay und Bolivien grenzt, zählt rund 2,3 Mio. Einwohner auf einer Fläche, die dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland entspricht. Allein ein Drittel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Campo Grande. Der Bundesstaat verfügt über eine exportorientierte Landwirtschaft, zu deren Produkten Fleisch, Soja, Baumwolle und Zuckerrohr gehören. Zudem liegen in Mato Grosso do Sul einige der bekanntensten Touristenziele Brasiliens: das Pantanal und die Stadt Bonito, die sich dem Ökotourismus verschrieben hat. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt über dem brasilianischen Durchschnitt.

Es besteht eine gute Chance, dass der Initiative des Landesverbandes Mato Grosso do Sul weitere Verbände der "Democratas" folgen. Die beschränkten Ressourcen der Stiftung im riesigen Brasilien, das mehr als zwanzig Mal so groß ist wie Deutschland und in dem 186 Mio. Menschen leben, setzen freilich einer Ausdehnung der Zusammenarbeit Grenzen.

Rainer Erkens
Sao Paulo, Brasilien

Die Stiftung für die Freiheit in Brasilien
letzte Änderung: 12.09.2008


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