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Kulturforum Frankfurt: Theater der Zukunft

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt/Main
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt/Main
Finanzielle Planungssicherheit für kulturelle Institutionen ist die Voraussetzung für deren unabhängiges künstlerisches Gestalten. Es besteht dringend Handlungsbedarf für den Erhalt und die Förderung der kulturellen Vielfalt. Die Fragen der Ausgestaltung der Trägerschaft ist dabei nur „Mittel zum Zweck“ und muss auf die betroffenen Kulturinstitutionen zugeschnitten werden:
Zu diesem Ergebnis kam das diesjährige Frankfurter Kulturforum zum Thema „Zukunft der Theater“, zu dem die Friedrich-Naumann-Stiftung und Karl-Hermann-Flach-Stiftung e.V. am vergangenen Wochenende in die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt eingeladen hatten.

Die frühere Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Ruth Wagner (MdL) forderte: „Wir brauchen eine hohe Autonomie der kulturellen Institutionen.“ Trotzdem seien Netze zwischen Kultureinrichtungen und Ausbildung, wie zum Beispiel der von ihr geschaffenen Theaterakademie, erforderlich.
Als wichtigsten Schritt forderte sie die Abschaffung der flächendeckenden Tarifverträge, um mit Haustarifen auf die individuellen Bedürfnisse des Betriebes eingehen zu können.

„Man kann den Erfolg von Theater nicht an deren Auslastung messen“, betonte der Geschäftsführer der Städtischen Bühnen Frankfurt GmbH Bernd Fülle. Er sprach sich klar für ein auskömmliches Budget, eine mittelfristige Finanzplanung und ein hohes Maß an Selbständigkeit für Theater aus.

Auf den Wert von Kultur in der Gesellschaft wies der Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Stephan Märki hin: „Das Theater spiegelt die Gesellschaft nicht nur auf der Bühne.“ In seinem Einführungsvortrag erläuterte er, wie das kurz vor dem Aus stehende Weimarer Theater mit einem großen Bürgerengagement und Einschnitten in den Honoraren gerettet werden konnte. Allerdings sollte man nicht immer so lange warten, sondern schon frühzeitig mit Veränderungen bei Kulturinstitutionen beginnen, so Märki abschließend.

Zu der von der kulturpolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Nicola Beer moderierten Diskussionsrunde gehörten außerdem der frühere Verwaltungschef der Deutschen Oper am Rhein, Stefan Porten, der frühere Staatssekretär im Hessischen Wissenschaftsministerium und Vorsitzende der Besucherorganisation Freunde und Förderer des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Dr. Bernd Kummer, der Orchestervorstand am Wiesbadener Staatstheater, Joachim Tobschall, der Vizepräsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Prof. Michael Schneider und der kulturpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Otto.

Im Zentrum der Beratungen standen die Frage von Finanzierung, Kooperationen zwischen kulturellen Institutionen, aber auch Kooperationen von Kommunen bei der Trägerschaft von Kultureinrichtungen sowie die Nachwuchsförderung als Zukunftssicherung der Bühnen.
letzte Änderung: 12.09.2008


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