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Kultur ist mehr als Kunst

Dr. h. c. Rolf Berndt und Dr. Otto Graf Lambsdorff
Dr. h. c. Rolf Berndt und Dr. Otto Graf Lambsdorff
Anlässlich des 60. Geburtstages von Rolf Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, hat die Friedrich-Naumann-Stiftung zu einer Festveranstaltung mit dem Titel „Kultur ist mehr als Kunst“ nach Potsdam eingeladen.

In der Satzung der Friedrich-Naumann-Stiftung heißt es: „Die Stiftung wird durch Veranstaltungen, Publikationen und Unterstützung der Kunst die Kultur fördern.“ Diese Aufgabe ist für Rolf Berndt ein besonderes Anliegen. In der täglichen Arbeit wie auch in Potsdam, seiner Wahlheimat und Sitz der Stiftung seit 2000, engagiert er sich zugleich für die Künste, die kulturelle Bildung und die interkulturelle Verständigung.

Prof. Dr. Jürgen Morlok
Prof. Dr. Jürgen Morlok
Für dieses Engagement, seine politische Arbeit sowie seinen Einsatz für die Stiftung ehrte Prof. Dr. Jürgen Morlok, Vorsitzender des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung, die Leistungen von Rolf Berndt. Insbesondere hob Morlok Berndt’s ganzheitliches Politikverständnis sowie dessen kulturelles Verständnis des solidarischen Miteinanders hervor.

Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh
Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh
In seinem Festvortrag setzte sich Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, mit der Frage „Was ist der Geist von Potsdam“ auseinander. Potsdam sei ein Ort der zwiespältigen Erinnerung, voller Geschichte und Geschichten, widersprüchlich nicht nur in der historischen Perspektive, sondern auch in der Gegenwart, so Dorgerloh. Doch impliziere dies einen „Geist von Potsdam“?

Manfred Richter
Manfred Richter
Potsdams Geschichte bis in die Gegenwart und auch der „Geist von Potsdam“ müsse man im Kontext mit Berlin verstehen und erfassen. „Nur im Zwiespalt zwischen hektischer Metropole und ländlicher Mark ist die Spezifik Potsdams zu erfassen.“ In seiner Analyse zog Dorgerloh einen Bogen von der Zeit des Großen Kurfürsten nach dem 30jährigen Krieg bis zum heutigen Tage und verdeutlichte die Ambivalenz zwischen aufstrebendem Bürgertum, freiheitlichen und demokratischen Strömungen und der konservativen Monarchie sowie des Militärischen und Diktatorischen auf der anderen Seite. Heute seien allerdings sowohl Preußen wie auch der Geist von Potsdam Geschichte. „Will man heute Preußens guten und schlechten Traditionen, preußischen Tugenden, den Aufbau- und Integrationsleistungen [für bspw. die Hugenotten]; seiner Indienstnahme für unterschiedliche politische Systeme, dem Bedeutungswandel dieses Staates und seinem Untergang nachspüren – dann kann man das in besonderer Weise in Potsdam.“

Dr. Wolfgang Gerhardt und Prof. Dr. Jürgen Morlok
Dr. Wolfgang Gerhardt und Prof. Dr. Jürgen Morlok
Dr. Wolfgang Gerhardt MdB, Vorsitzender des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung ab dem 1. Mai 2006, betonte die Bedeutung der Friedrich-Naumann-Stiftung als Ort vielfältiger, interkultureller Begegnungen und internationaler Beziehungen. So liege die Besonderheit der Arbeit der Stiftung im Gegensatz zum politischen Alltagsgeschäft in der Chance und Möglichkeit, sowohl aktuelle Themen als auch „anspruchsvolle Gegenstände“ nach vorne blickend zu betrachten und zu analysieren. Diese gewaltigen Herausforderungen müssten auf der Höhe der Zeit auch künftig bewältigt werden. Gerhardt würde sich dieser Aufgabe sehr gerne mit Rolf Berndt stellen.

Dr. Otto Graf Lambsdorff
Dr. Otto Graf Lambsdorff
Dr. Otto Graf Lambsdorff, Vorsitzender des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung bis zum 30. April 2006, würdigte die Lebensleistung von Rolf Berndt, indem er insbesondere auf die gemeinsame Arbeit mit ihm einging. So hätte Graf Lambsdorff im Jahr 1983 Berndt gebeten, den Posten des Bundesgeschäftsführers der FDP zu übernehmen. Und später, im Jahr 1995, stellte Lambsdorff die Bedingung, dass er nur mit Berndt in der Funktion des Geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes der Friedrich-Naumann-Stiftung deren Vorstandsvorsitz übernehmen würde. Auch Lambsdorff stellte Berndt’s gelebtes und verkörpertes menschliches Miteinander heraus.

A-cappella-Gruppe DelicEight
A-cappella-Gruppe DelicEight
Mit seinem politischen Kabarett „Ich höre keinen Widerspruch“ setzte Manfred Richter, Mitglied des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung eigene Akzente einer zeitkritischen Bilanz des politischen Geschäftes in Deutschland. Der Abend wurde musikalisch durch die A-cappella-Gruppe DelicEight umrahmt.

Michael Gold
Büro Berlin-Brandenburg


Rede Prof. Dr. Jürgen Morlok
letzte Änderung: 12.09.2008


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