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Korea: der Weg zur Wiedervereinigung

Dr. Irmgard Schwaetzer, Chung Dong-young (Mitte) und Lim Dong-won
Dr. Irmgard Schwaetzer, Chung Dong-young (Mitte) und Lim Dong-won
Hochrangige Gespräche mit Regierungsvertretern und Parlamentariern sowie die Teilnahme an einer internationalen Konferenz anlässlich des fünften Jahrestags des innerkoreanischen Gipfels und der gemeinsam verabschiedeten Erklärung (June 15 South-North Joint Declaration) standen auf dem dreitägigen Programm von FNSt Vorstandsmitglied Dr. Irmgard Schwaetzer. Dr. Schwaetzer folgte einer Einladung von Friedensnobelpreisträger und Altpräsident Kim Dae-jung und sprach in Seoul vor zahlreichen hochrangigen Gästen.

Während ihres Koreabesuchs traf Dr. Schwaetzer auch mit Vereinigungsminister Chung Dong-young, Gesundheits- und Wohlfahrtsminister Kim Keun-tae sowie mit der Ministerin und Altstipendiatin Dr. Kim Sun-wook und dem Abgeordneten Dr. Yoo Jae-kun, Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsausschusses des Parlaments, zusammen.

Thema der politischen Gespräche waren in erster Linie die politischen Entwicklungen auf nationaler und regionaler Ebene, insbesondere die Frage der Wiedervereinigung der beiden Koreas sowie die Aktivitäten der Naumann Stiftung. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen konnte die ehemalige deutsche Vize-Außenministerin und Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau den koreanischen Gesprächspartnern wertvolle Einblicke in den Prozess der deutschen Wiedervereinigung gewähren.

Der südkoreanische Vereinigungsminister Chung Dong-young und andere Experten sprachen ihre ausdrückliche Unterstützung für das Engagement der FNSt in Nordkorea aus. „Angesichts des durch die Nuklearkrise ins Stocken geratenen Annäherungsprozess zwischen den beiden Koreas gewinnen die Aktivitäten der Stiftung, die die graduelle Öffnung Nordkoreas unterstützen, noch mehr an Bedeutung“, so Minister Chung.

Im Hinblick auf die politische Situation in Südkorea haben sowohl Regierungsvertreter als auch Abgeordnete ihre Besorgnis über den dramatischen Popularitätsverlust der reformorientierten Regierung zum Ausdruck gebracht. Seit der Wahlniederlage der Uri-Partei bei den Parlaments(nach)wahlen im April 2005 versucht die Regierungspartei die gegenwärtigen politischen Probleme durch eine Reform der Parteistruktur zu lösen. Die Ministerin für Regierungsgesetzgebung und ehemalige Vorsitzende der FNSt-Alumni-Vereinigung, Dr. Kim Sun-wook, und weitere Gesprächspartner betonten, dass die Uri-Partei eine engere Kooperation mit der FNSt eingehen und das Potential der Stiftung, insbesondere die langjährige Erfahrung in der politischen Arbeit, nutzen sollte.

Dr. Schwaetzer mit Gesundheitsminister Kim Keun-tae und Projektleiter Dr. Niemann<br />
 Dr. Schwaetzer mit Gesundheitsminister Kim Keun-tae und Projektleiter Dr. Niemann
Der Gesundheits- und Wohlfahrtsminister Kim Geun-tae zeigte großes Interesse an den sozialen Problemen im wiedervereinigten Deutschland. Dr. Schwaetzer betonte die Notwendigkeit einer Reform der Sozialversicherungssysteme in Südkorea und auch in Deutschland. Im Zuge einer möglichen Wiedervereinigung sei eine Reform besonders wichtig, um der südkoreanischen Bevölkerung Vereinigungskosten in astronomischer Höhe zu ersparen. Im Gespräch mit dem Minister stellte sie ein Modell vor, das von der FDP für Deutschland entwickelt wurde.

Zusammen mit dem EU Botschafter, Dorian Prince, diskutierte Dr. Schwaetzer die Rolle der EU auf der koreanischen Halbinsel. In Anwesenheit des FNSt-Vorstandmitglieds wurde der neue Vertrag über die Durchführung eines zweiten EU-DVRK Workshops über Marktwirtschaft zwischen der Delegation der Europäischen Kommission in Seoul und der FNSt Korea unterzeichnet. Der Workshop soll vom 12.-14. Oktober dieses Jahres in Pjöngjang stattfinden. Dabei lobte Botschafter Prince die exzellente Zusammenarbeit mit der Stiftung.

Bei der internationalen Konferenz, die anlässlich des fünften Jahrestags der Verabschiedung der gemeinsamen Erklärung aus dem Jahr 2000 von der von Altpräsident Kim Dae-jung gegründeten Bibliothek veranstaltet wurde, sprach Dr. Schwaetzer über die Erfahrungen der deutschen Wiedervereinigung. Weitere hochrangige Redner waren u.a. der amtierende Präsident Osttimors, Xanana Gusmao, der ehemalige sowjetische Präsident Michael Gorbatschov sowie der ehemalige chinesische Vize-Premierminister Qian Qichen.

Die Eröffnungszeremonie fand in Anwesenheit des Gastgebers Kim Dae-jung und seines Nachfolgers, des amtierenden südkoreanischen Präsidenten Roh Moo-hyun, statt.

Dr. Ulrich Niemann
Projektleiter Südkorea
letzte Änderung: 12.09.2008


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