Konferenz in Hamburg: Demos oder Ethnos?

Adam Krzeminski, Jorgo Chatzimarkakis, Jan Puhl (Mod.) Weltweit haben Forscher ca. 6.000 unterschiedliche „Völker“ (Ethnien) identifiziert, die sich auf heute 192 Staaten verteilen. Diese einfache Gegenüberstellung macht bereits deutlich, dass multiethnische Gesellschaften in der heutigen Staatenwelt die Regel und nicht etwa die Ausnahme sind. Dieser „Normalität“ wird freilich in den Verfassungen und institutionellen Strukturen der Staaten sehr unterschiedlich Rechnung getragen.
Grundsätzlich lautet eine Erfahrung: Dort, wo staatliche Macht von einer ethnischen Gruppe in einem multiethnischen Gefüge monopolisiert wird und marginalisierte ethnische Gruppen bzw. Minderheiten nicht ausreichend an der politischen Macht beteiligt werden, lehnen diese sich irgendwann gegen die Machtverhältnisse auf.

egrüssung durch Tove Hansen Malloy, Direktorin ECMI Wie aber sind nun im Einzelnen Interessenvertretung und Partizipationsrechte der verschiedenen Bevölkerungsgruppen geregelt? Welche Verfahren und Mechanismen im multiethnischen Zusammenleben haben sich als stabil und friedensförderlich erwiesen? Und welchen Beitrag leisten in diesem Kontext supranationale Gemeinschaften wie die Europäische Union?
Diesen und weiteren Fragen ging die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit auf einer internationalen Fachtagung in Hamburg nach. In Kooperation mit dem European Centre for Minority Issues/ECMI (Flensburg) wurden Länder aus unterschiedlichsten Regionen (Naher Osten, Europa, Asien) vorgestellt und unter demokratietheoretischen Aspekten analysiert.
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