Bürgermeister und Stadträte aus Lateinamerika in Deutschland

Die Delegation im Gespräch mit Anita Maaß, Bürgermeisterin von Lommatsch Wer in Europa kennt schon Chiquimula, Nacaome oder Pilar? Diese Namen mögen für einen mitteleuropäischen Bürger wie ein exotisches Gericht aus Übersee klingen. Um so grösser mag die Überraschung sein, wenn man erfährt, dass es sich um Städte in Zentral- und Lateinamerika handelt, die sechsstellige Einwohnerzahlen aufweisen können und deren Bürgermeister Interesse am kommunalpolitischen System in Deutschland und deshalb vor kurzem auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ihre Kollegen in Dresden, Köln, Bonn, Brühl und Düsseldorf besucht haben.
Die Informationsfahrt selbst führte die Kommunalpolitiker zunächst nach Sachsen. Dort wurden den Teilnehmern deutsche Lösungsansätze in den Bereichen Verwaltung, Müllentsorgung, Wasser, kommunalpolitisches System und Tourismusförderung vorgestellt. Zu diesen Themen trafen sich die Teilnehmer mit liberalen deutschen Politikern und Personen aus dem öffentlichen Leben. Zu den Gesprächspartnern gehörten beispielsweise Jan Mücke, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP, Holger Zastrow, Fraktionsvorsitzender der FDP im Sächsischen Landtag sowie Anita Maaß, Bürgermeisterin von Lommatsch. Mit Maaß sprachen die Kommunalpolitiker über die Herausforderungen des demografischen Wandels für den ländlichen Raum. Dirk Hilbert, Wirtschaftsbürgermeister der Stadt Dresden (FDP) informierte die Teilnehmer über den Ausbau des Wirtschaft- und Wissenschaftortes Dresden sowie über die Strategien und Konzepte zur Förderung der Wirtschaftentwicklung in der sächsischen Hauptstadt.

Die Gruppe zu Besuch im Truman-Haus, in der Geschäftsstelle der Stiftung für die Freiheit, Potsdam Danach hatten die Lateinamerikaner die Möglichkeit, sich mit ihren Kollegen aus Köln, Düsseldorf und Bonn auszutauschen und Vergleiche zu ihren Stadtverwaltungen zu ziehen. In einem Gespräch mit Ulrich Hauschild, FDP Bürgermeister der Stadt Bonn erfuhren die Teilnehmer mehr über Standortmarketing und regionale Kooperation mit umliegenden Städten und Gemeinden. Auch erhielten die lateinamerikanischen Kommunalpolitiker die Gelegenheit, den deutschen Gastgebern etwas zurückzugeben. Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Liberalen Haus in Dresden konnten die Teilnehmer über die Herausforderungen und Erfolge der Kommunalpolitik in Zentralamerika und Paraguay berichten, während der Projektleiter der Stiftung für Honduras, Nicaragua und Guatemala über die Arbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Lateinamerika informierte. Den Abschluss der Reise und ein besonderes Highlight bildete ein Besuch in der deutschen Hauptstadt.
Diese kommunalpolitische Informationsfahrt ist nicht nur Teil der Bildungsarbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, sondern auch ein wichtiger Baustein ihrer neuen kommunalpolitischen Initiative in Zentralamerika. Die Bürgermeister und Stadträte, die Deutschland besuchen durften, wurden zuvor sorgfältig und nach bestimmten Kriterien wie Bereitschaft zur Entwicklungszusammenarbeit, demokratische Wertevorstellung und liberale Gesinnung ausgewählt, um mit ihnen den Grundstein für eine liberale Bürgermeistervereinigung in Zentralamerika zu legen. Das Ziel der liberalen Bürgermeistervereinigung soll die Umsetzung liberaler Prinzipien auf kommunaler Ebene wie Dezentralisierung und anderer Verwaltungsmethoden in ganz Zentralamerika sein. Jeder dieser Bürgermeister empfiehlt nun zwei weitere Kollegen, die in seinen Augen für diese Zusammenarbeit geeignet erscheinen. Diese erweiterte Gruppe wird daraufhin in den nächsten Monaten im Rahmen der kommunalpolitischen Initiative in Zentralamerika verschiedene hochkarätige Beratungen und weiteren fachpolitischen Austausch und Dialog erfahren dürfen.
Christian Lüth
Die Stiftung in Lateinamerika





